St. Maria Heimsuchung

Zwischen Pfarrhaus und Kirche soll eine Übergangs-Kita entstehen

Mehrere Kitas in Herten müssen in den nächsten Jahren saniert oder umgebaut werden. Die Kinder sollen für diese Zeit in eine Übergangs-Kita ausweichen. Die soll in Langenbochum entstehen.
Auf der Wiese zwischen dem Pfarrhaus (links im Bild) und dem Kindergarten St. Marien (im Hintergrund) soll die sogenannte "Rotationskita" gebaut werden. Hinten rechts im Bild ist die Kirche St. Maria Heimsuchung zu sehen. © Frank Bergmannshoff

Hunderte Kita-Plätze müssen in Herten so schnell wie möglich geschaffen werden, um den Mangel zu lindern. Darüber hinaus sind zahlreiche Kinder in den bestehenden Kitas durch eine Überbelegung untergebracht, die vom Landesjugendamt als Aufsichtsbehörde nur befristet geduldet wird.

Kurzum: In mehreren Hertener Kitas sind in den kommenden Jahren umfangreiche Umbau-, Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen nötig. Arbeiten, die nicht im laufenden Betrieb stattfinden können. Es muss also ein Ausweichquartier her.

Platz für zwei Gruppen mit 55 Kindern

Dieses soll auf dem Gelände der Gemeinde St. Maria Heimsuchung an der Feldstraße in Langenbochum entstehen. Das wird der für Immobilienprojekte zuständige Betriebsausschuss des Hertener Rates aller Voraussicht nach am Mittwochabend beschließen. Konkret soll die Übergangs-Kita auf der Wiese zwischen dem Pfarrhaus, dem katholischen Kindergarten St. Marien und der Kirche St. Maria Heimsuchung entstehen.

Das Gebäude entsteht auf einem Fundament mit Versorgungsleitungen in Modulbauweise („Container“) und wird etwa 400 Quadratmeter groß sein. Die vollständige Kita mit Gruppen-, Mehrzweck- und Nebenräumen sowie sanitären Anlagen wird Platz bieten für zwei Gruppen: einmal für 20 Kinder ab zwei Jahren, einmal für 25 Kinder ab drei Jahren.

Übergangskita wird an wechselnde Träger vermietet

Bauherr und Eigentümer der Raummodule wird der städtische Hertener Immobilienbetrieb (HIB). Er errichtet die Kita für schätzungsweise 700.000 bis 800.000 Euro und wird das Gebäude dann jeweils an den Träger vermieten, der das Übergangsquartier gerade benötigt. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Kita sechs bis acht Jahre lang stehen bleibt.

Dass das Gebäude auf dem Gelände von St. Maria Heimsuchung entsteht, kommt nicht von ungefähr. Denn die Pfarrei St. Martinus, zu der die Langenbochumer Gemeinde zählt, wird der größte Nutznießer des Projekts sein:

• Die Kita St. Martinus an der Paul-Gerhardt-Straße, eigentlich auf zwei Gruppen ausgelegt, hat aktuell durch Überbelegung drei Gruppen mit 60 Kindern. Durch Ausbau- und Sanierungsarbeiten soll sie auf 95 reguläre Plätze anwachsen. Bauzeit: 1,5 Jahre.

• Die Kita St. Martinus am Pferdekamp soll ebenfalls saniert werden, damit 35 Plätze dauerhaft gesichert werden. Geschätzte Dauer: acht Monate.

• Auch die Kita St. Marien mit 65 Kindern soll saniert werden. Neun Monate Bauzeit sind geplant, für die dann die benachbarte Übergangskita benötigt wird.

Perspektivisch sind auch an den Kitas St. Johannes in Bertlich sowie St. Barbara auf dem Paschenberg Erweiterungsarbeiten angedacht, für die ein Übergangsquartier benötigt wird. Darüber hinaus soll die Übergangskita auch allen anderen freien Trägern, die Bauprojekte planen, zur Verfügung gestellt werden.

Beschluss wegen ungeklärter Fragen vertagt

In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Montagabend stand das Thema auch schon auf der Tagesordnung. Letztlich wollten die Politiker aber keinen Beschluss fassen, sondern diesen auf die heutige Betriebsausschuss-Sitzung verschieben. Hintergrund: Teilnehmerin in der Sitzung war auch Sarah Schröder, Verbundleiterin der St.-Martinus-Kindergärten und Kirchenvorstandsmitglied. Sie äußerte ihre Verwunderung darüber, dass ein Beschluss gefasst werden sollte, obwohl es zwischen Stadt und Pfarrei noch Detail-Fragen zu klären gäbe: „Wir haben die Bereitstellung des Grundstücks an Bedingungen geknüpft, die mit der Stadt noch nicht besprochen wurden.“

Gleichzeitig machte Sarah Schröder aber auch deutlich, dass ihr sehr an einem schnellen Baubeginn gelegen sei, damit der Weg für die Umbauprojekte frei gemacht werde.

Der Abend in Herten

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.