Anneke Kim Sarnau über Rollen, ungerechte Gagen und die Polizeiruf-Neue

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Anneke Kim Sarnau (Archiv). © picture alliance/dpa
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Die meisten Fernseh-Zuschauer kennen Anneke Kim Sarnau (50) vermutlich in ihrer Paraderolle als – sagen wir mal unkonventionelle – Fallanalytikerin Katrin König an der Seite von Charly Hübner im Rostocker „Polizeiruf 110.“. Jetzt gab es für das TV-Duo den Grimme-Preis. Es ist Sarnaus dritter. Mit uns sprach sie vorab über ihre Rolle, ungerechte Gagen und über die Neue im Polizeiruf.

Zwölf Jahre Polizeiruf 110, zwei Grimmepreis-Nominierungen 2012 für „Feindbild“ sowie „Und raus bist du“ – jetzt hat es mit der eindringlichen Folge „Sabine“ geklappt. Wie fühlen Sie sich?

Ich freue mich natürlich sehr. Auch für die anderen. Dennoch: Bisschen verrückt, jetzt, wo Charly’s und meine Reise schon längst vorbei ist.

Wie kann man gleichzeitig gegen die Täterin ermitteln und mit ihr sympathisieren?

Ich denke, dass ist ein Gedanke, den sich Polizeibeamte regelmäßig stellen. Es gibt sicher oft Situationen, wo man jemanden rein juristisch verfolgen muss, obwohl die Beweggründe zur Tat nachvollziehbar sind. Nichtsdestotrotz funktioniert unsere Gesellschaft ja nur, wenn sich alle an die beschlossenen Regeln halten, bzw. innerhalb der Gesetze handeln, wenn einige auch fragwürdig sind; ich denke, dass das am Ende den Kopf klarer macht, um „StraftäterInnen“ zu verfolgen. Sicher nicht einfach.

Katrin König steht nicht nur für unkonventionelle Einsätze, sie überschreitet auch (gesetzliche) Grenzen, bringt Täter mit gefälschten Beweisen vor Gericht? Wie viel von Königs Gerechtigkeitsempfinden – denn das ist ja offenbar der Grund dafür – steckt auch in Anneke Kim Sarnau?

Grundsätzlich hat Katrin König irgendwann beschlossen, dass sie innerhalb der Gesetze für eine Form der „Ordnung“, des Friedens sorgen möchte, so schwer das manchmal auch ist. Ähnlich geht es mir. Es fühlt sich teils wie eine Lebensaufgabe an, mit Ungerechtigkeit umzugehen.

Apropos ungerecht: Sie haben lange drum gekämpft, die gleiche Gage wie Ihr Filmpartner Charly Hübner zu bekommen.

Für mich war es nicht ok, dass zwei Hauptrollen, die über Jahre gemeinsam ein Format tragen, nicht die gleichen vertraglichen Bedingungen und nicht die gleiche Gage erhalten.

Nach zwölf Jahren und 24 Fällen hat Sascha Bukow jetzt den Polizeiruf verlassen. Die Neue: Melly Böwe, gespielt von Lina Beckmann, die im echten Leben mit Filmpartner Charly Hübner verheiratet ist und im TV Bukows Halbschwester mimt. Wie klappt das neue Zusammenspiel?

Mega! Ich finde Lina eine große Bereicherung für das Format, eine perfekte Partnerin für Katrin König, eine tolle, wache, energetische und kluge Kollegin und einen so irre lustigen Herzensmenschen: Könnt‘ mir keine bessere denken!