Gunhild Vestner, Leiterin der Telefonseelsorge in Recklinghausen. © Michael Sandner
Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Klimawandel

Gunhild Vestner: „Die Häufung der Krisen setzt den Menschen zu“

Die Leiterin der Telefonseelsorge in Recklinghausen sieht eine „erschöpfte Gesellschaft“. Denn depressive Stimmungen und Ängste nehmen zu. Wie die ehrenamtlichen Seelsorger Ratsuchenden helfen.

Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Klimawandel oder auch Missbrauchsfälle ungeahnten Ausmaßes: „Es ist diese Häufung von ganz unterschiedlichen Krisen, die den Menschen zusetzt. Und das formulieren Ratsuchende am Telefon und im Chat auch genau so“, sagt Gunhild Vestner. Die Leiterin der Telefonseelsorge in Recklinghausen spricht von einer „erschöpften Gesellschaft“ – und untermauert das mit Zahlen aus diesem Jahr. So würden depressive Stimmungen in 19,4 Prozent aller Telefonate und 31 Prozent aller Chats eine Rolle spielen, Ängste in 13,8 Prozent aller Telefonate und 23 Prozent aller Chats. Hohe Werte. Tendenz: steigend. „Die körperliche Erschöpfung wird ebenfalls immer häufiger thematisiert“, sagt Vestner – auch wenn dazu keine Zahlen vorlägen.

Versagensängste im Job

„Gutes tun tut gut“

Neuer Ausbildungskurs

Über den Autor
Redakteur
Jahrgang 1972. Recklinghäuser. Hat in Göttingen studiert (Diplom-Sozialwirt) – und parallel dazu als freier Sportjournalist gearbeitet. Volontariat beim Medienhaus Bauer. Anschließend Politik-/Nachrichtenredaktion. Seit 2005 in der Regional- bzw. Kreisredaktion. Fühlt sich in der Stadionkurve genauso wohl wie im großen Saal des Ruhrfestspielhauses. Filmpreisträgerin oder Vierlingsmutter, ehrenamtlicher Seelsorger oder professioneller Sportler, Existenzgründerin oder Holocaust-Überlebender: Es sind die Begegnungen mit Menschen, die er an seinem Beruf so schätzt.
Zur Autorenseite

Der Abend in Herten

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.