Heute geht es los:

Kilometer „abreißen“ für den guten Zweck

Georg Brauckmann-Berger aus Oer-Erkenschwick veranstaltet die Bewegungs-Challenge „you4kids“. Mitmachen kann jeder. Die Spenden gehen ans Kinderpalliativzentrum in Datteln und „WeSeeHope“.
Georg Brauckmann-Berger ist der Initiator der Bewegungs-Challenge „you4kids“. © Meike Holz

Möglichst vielen Menschen Spaß an der Bewegung zu vermitteln, etwa am Joggen, Wandern, Walken oder Radfahren. Dabei Spendengelder für das Kinderpalliativzentrum in Datteln sowie den in Afrika tätigen Verein „WeSeeHope“ zu sammeln. Und so die Arbeit dieser wichtigen Einrichtung beziehungsweise Organisation noch bekannter zu machen: Das sind die Ziele von „you4kids“.

Georg Brauckmann-Berger hat diese „Bewegungs-Challenge“, wie er die Spendenaktion nennt, ins Leben gerufen. Sie startet heute und soll bis Ende September dauern. „Jeder kann mitmachen“, betont der Oer-Erkenschwicker. „Alt oder jung, sportlich oder nicht, hier im Kreis Recklinghausen oder auch irgendwo anders auf der Welt.“

Und so funktioniert es: „Wir fordern jeden heraus, mitzumachen und sich für den guten Zweck zu bewegen“, so Brauckmann-Berger. Wer teilnehmen möchte, macht sich also zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg – und spendet für jeden absolvierten Kilometer einen beliebigen Betrag an „you4kids“. Anschließend könnte man Freunde, Nachbarn oder Arbeitskollegen herausfordern, das Gleiche zu tun. Denkbar wäre aber auch, dass eine Firma einen bestimmten Betrag ausschreibt – und den von den Mitarbeitern „erlaufen“ oder „erradeln“ lässt. „Alles geht“, betont Brauckmann-Berger in der Hoffnung, dass die Challenge eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Hauptsache, es macht Spaß – und bringt Einnahmen für den guten Zweck.

Auch Inka Bause, Frank Busemann und Andreas Niedrig sind Paten

Georg Brauckmann-Berger hat schon häufiger Benefizaktionen organisiert, so war er etwa Mitinitiator des „Schleusenlaufs“ rund ums Dattelner Meer. „Dadurch kommt man mit Menschen zusammen, die man sonst nie getroffen hätte, und lernt viel Neues“, sagt er.

Außerdem findet es der 47-Jährige bereichernd, sich mit dem jeweiligen Spendenzweck auseinanderzusetzen. Bei „you4kids“ gehe es um das Leid von Kindern. „Solche Themen werden gerne verdrängt. Aber ich bin kein Freund des Verdrängens.“ Zumal „WeSeeHope“ und das Kinderpalliativzentrum selbst ja „etwas total Positives“ seien und „vielen Mut machen“. Und so zieht der leidenschaftliche Läufer und langjährige Handballer die Motivation für sein freiwilliges Engagement auch aus dem Wissen, „dass die Spenden die richtigen Menschen erreichen“.

Unterstützt wird der gebürtige Dattelner diesmal von prominenten Paten wie dem Triathleten Andreas Niedrig, der Leichtathletik-Legende Frank Busemann, der Moderatorin Inka Bause – oder auch etlichen Bürgermeistern aus dem Kreis Recklinghausen. Sie wollen nicht nur selbst Kilometer „abreißen“, sondern auch andere zur Teilnahme an der Aktion motivieren.

Wer das T-Shirt trägt, grüßt sich

Wer für den guten Zweck schwitzen möchte, spendet über die Webseite der Aktion – und gibt dort zudem an, wo auf der Welt er wieviele Kilometer in welcher Sportart zurückgelegt hat. Auf www.you4kids.de bzw. bei Facebook und Instagram findet man ein regelmäßiges Update: über die Zahl der Teilnehmer, die erbrachten Kilometer und die Höhe der Spendensumme.

Urkunden oder Medaillen gibt es für die Teilnahme nicht, sagt Brauckmann-Berger. „Die Kosten dafür möchten wir lieber sparen, damit wir eine möglichst hohe Spendensumme erzielen.“ Wer wolle, könne sich aber ein personalisiertes „you4kids“-T-Shirt zulegen. Zwei Euro des Kaufpreises (15 bzw. 17 Euro) würden in den Spendentopf wandern. „Übrigens“, sagt Brauckmann-Berger lächelnd: „Wenn sich Leute mit unseren T-Shirts beim Laufen im Wald oder Radeln auf der Straße treffen, dann grüßen sie sich.“ So wird aus der corona-konformen Challenge dann doch noch ein Gemeinschaftserlebnis.

Hilfe für kranke Kinder im Vest und Waisen in Simbabwe

Mit dem Geld, das bei der Challenge „you4kids“ zusammenkommt, sollen das Kinderpalliativzentrum in Datteln und die Organisation „WeSeeHope“ unterstützt werden:

  • Das Kinderpalliativzentrum wurde 2010 als deutschlandweit erste Einrichtung dieser Art an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln eröffnet. Ein Team aus Kinderärzten, Pflegern und psychosozialen Mitarbeitern kümmert sich um lebensbedrohlich erkrankte Kinder und Jugendliche sowie deren Familien – ambulant und stationär. Auf der Station Lichtblicke gibt es acht Kinderpalliativbetten. Die Spenden sollen in psychosoziale Angebote fließen, die nicht von den Krankenkassen bezahlt werden: Heilerziehungspflege, Kunst- und Musik- sowie Ergotherapie, Therapiestunden mit den Hunden Hugo und Lenny sowie die psychologische Begleitung der Familien.
  • „WeSeeHope“ will speziell Kinder in den ärmsten Regionen Südafrikas unterstützen, die durch Aids zu Waisen wurden. In den Projekten geht es um kindliche Früherziehung, schulische und berufliche Bildung, psychosoziale Aspekte. „Wir klären die Kinder auch über ihre Rechte auf“, so Vereinsvertreter Christof Majer. Mit den „you4kids“-Spenden soll über einen Projektpartner ein Waisenbetreuungsprogramm in Simbabwe auf- und ausgebaut werden: Hilfe zur Selbsthilfe für mehr als 25 elternlose Haushalte.
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