Pandemie-Newsblog

Kreis Recklinghausen: Inzidenz steigt auf 80,3

Die Zahlen zu den Corona-Infektionen im Kreis Recklinghausen aktualisieren wir im Newsblog regelmäßig. Am Freitag, 22. Oktober, steigt der Inzidenzwert weiter - von 74,3 auf 80,3.
© picture alliance/dpa

Update 22. Oktober, 8.30 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Recklinghausen ist weiter angestiegen. Der vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldete Inzidenzwert liegt am Freitag, 22. Oktober, bei 80,3 (Vortag: 74,3). Vor einer Woche betrug die Inzidenz noch 54,6.

Allerdings hat der Inzidenzwert als alleiniger Maßstab für Maßnahmen in der Corona-Pandemie ausgedient. Bei der Bewertung der Corona-Lage werden in Nordrhein-Westfalen jetzt beispielsweise auch die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivbetten berücksichtigt. Das sieht die am Freitag, 10. September, veröffentlichte Neufassung der Coronaschutzverordnung des Landes NRW vor, deren neue Regeln seit dem 1. Oktober und bis zum 29. Oktober gelten.

Der bisher als Grenzwert für bestimmte Maßnahmen festgeschriebene Wert von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz ist gestrichen worden. NRW setzt damit vom Bundesrat beschlossene Änderungen im Infektionsschutzgesetz um.

Konkret ändern wird sich vorerst aber nichts. Die 3G-Regelung (geimpft, getestet oder genesen) für den Zugang zu bestimmten Veranstaltungen und Einrichtungen bleibe aufgrund des Infektionsgeschehens bis auf weiteres bestehen, betonte das Ministerium (die Regeln im Detail: siehe unten). Konkrete Grenzwerte für die neuen Indikatoren legt die Schutzverordnung nicht fest.

Neben den Krankenhausdaten und der Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) fließen auch die Anzahl der gegen Covid-19 geimpften Personen, die Zahl der Todesfälle, die Altersstruktur der Infizierten sowie die Entwicklung des R-Wertes in die Beurteilung ein. Der R-Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter rechnerisch ansteckt.

Die bekannte Sieben-Tage-Inzidenz soll aber ein wichtiger Indikator bleiben. Denn: Steigt dieser Wert, bedeutet das, dass sich die Infektion schneller und breiter in der Bevölkerung ausbreitet.

Bottrop weist den niedrigsten Wert auf

Im Regierungsbezirk Münster hat der Kreis Recklinghausen weiterhin die zweithöchste Sieben-Tage-Inzidenz – hinter dem Kreis Warendorf. Gesunken ist der Wert erneut in Bottrop: auf 34,1. Die Stadt weist derzeit den niedrigsten Wert in der Region auf. Nachfolgend die Übersicht über die Inzidenzwerte aller Städte und Kreise im Regierungsbezirk Münster, wie sie am Samstag vom RKI aufgeführt werden (Stand: 23. Oktober, 3.23 Uhr; Vortageswert in Klammern):

– Kreis Warendorf: 85,4 (82,9)

– Kreis Recklinghausen: 75,5 (80,3)

– Stadt Gelsenkirchen: 73,3 (76,4)

– Kreis Borken: 65,3 (58,1)

– Kreis Steinfurt: 54,4 (50,9)

– Stadt Münster: 53,4 (46,8)

– Kreis Coesfeld: 42,1 (34,4)

– Stadt Bottrop: 34,1 (46,9)

Der Kreis RE veröffentlicht keine aktuellen Zahlen

Die statistischen Daten des Kreises Recklinghausen werden nur montags bis freitags aktualisiert. Das Gesundheitsamt ist auch am Wochenende im Dienst und erfasst Neuinfektionen – allerdings erfolgt die statistische Verarbeitung der Daten erst am Montagmorgen. Deshalb folgt hier das Zahlenmaterial vom Freitag:

Der vom Kreis Recklinghausen selbst erhobene Inzidenzwert ist am Freitag ebenfalls gestiegen. Er liegt nun bei 82,8 (Vortag: 79,5). Mit Haltern liegt nur noch eine Stadt unter der 50er-Marke. Datteln bleibt Negativ-Spitzenreiter. In der Kanalstadt, in Oer-Erkenschwick und in Herten liegen die Inzidenzwerte weiter über der Marke von 100. So sieht die Situation in den zehn kreisangehörigen Städten konkret aus (Stand: 22. Oktober, 8.30 Uhr; die Vortagswerte in Klammern):

– Datteln: 146,9 (138,3)

– Oer-Erkenschwick: 114,2 (123,7)

– Herten: 106,7(103,5)

– Marl: 94,9 (93,7)

– Waltrop: 88,2 (67,9)

– Gladbeck: 84,7 (82,1)

– Recklinghausen: 74,1 (82,2)

– Castrop-Rauxel: 65,6 (57,4)

– Dorsten: 56,4 (45,6)

– Haltern: 34,4 (23,8)

Gesamt: 82,8 (79,5)

12 Corona-Patienten auf der Intensivstation

Der Kreis Recklinghausen hat am Freitag 104 Corona-Neuinfektionen gemeldet (Vortag: 138). Insgesamt gelten hier jetzt 859 Menschen als infiziert (Vortag: 803). Die Zahl der Toten im Kreis, die im Zusammenhang mit Corona verstorben sind, liegt bei 1006.

43 Covid-19-Patienten (Vortag: 45) befinden sich nach Angaben des Kreises mit Stand vom 22. Oktober in den Kliniken im Kreisgebiet in stationärer Behandlung. 14 von ihnen werden auf der Intensivstation behandelt.

Laut Divi-Intensivregister – Stand 23. Oktober – befinden sich im Kreis Recklinghausen 12 Corona-Patienten auf der Intensivstation, fünf von ihnen werden künstlich beatmet. 39 von 194 Intensivbetten sind im Kreis Recklinghausen frei. Der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten liegt laut Divi-Intensivregister jetzt bei 6,19 Prozent (Vortag: 7,22 Prozent).

Insgesamt wurden sechs Prozent der Menschen, die im September 2021 positiv getestet waren, im Verlauf ihrer Covid-19-Erkrankung stationär behandelt (rund 180 Menschen).

Die vom Kreis im Dashboard veröffentlichte Zahl der Impfungen ist nicht mehr aktuell. Die letzte Angabe stammt vom 17. Oktober. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden im Kreis 416.853 Personen geimpft. Davon haben 13.813 nur die Erstimpfung und 403.040 auch schon die Zweitimpfung erhalten. Eine weitere Booster-Impfung haben 9.922 Menschen bekommen. Vom 27. Dezember 2020 bis zum 17. Oktober 2021 wurden in den zehn Städten insgesamt 804.031 Impfdosen verabreicht. Die Zahlen auf Kreisebene sind aber nicht mehr vollständig, da die Impfungen der Betriebs- und Privatärzte fehlen. Diese geben ihre Zahlen direkt ans RKI und nicht an die Kassenärztliche Vereinigung und damit nicht an den Kreis weiter. Vollständig geimpft sind in ganz NRW 69,6 Prozent, unvollständig weitere 3,9 Prozent der Menschen (Stand: 21. Oktober).

Detaillierte Zahlen aus dem Kreis Recklinghausen:

Nachfolgend die detaillierten Corona-Zahlen aus den zehn Städten des Kreises Recklinghausen vom 22. Oktober (Fälle insgesamt, Genesene, Verstorbene, aktuell bestätigte Fälle):

Castrop-Rauxel: 4379; 4213; 89; 77

Datteln: 2121; 1949; 88; 84

Dorsten: 3345; 3208; 77; 60

Gladbeck: 5893; 5614; 156; 123

Haltern am See: 1133; 1100; 13; 20

Herten: 4171; 3943; 124; 104

Marl: 5263; 5025; 124; 114

Oer-Erkenschwick: 2018; 1861; 71; 86

Recklinghausen: 7430; 7043; 228; 159

Waltrop: 1463; 1395; 36; 32

Gesamt: 37.216; 35.351; 1006; 859

Impfzentrum hat geschlossen

Nach knapp acht Monaten Laufzeit hat das Impfzentrum auf dem Konrad-Adenauer-Platz am Donnerstag, 30. September, seine Türen geschlossen.

Wer nun in den letzten Tagen eine erste Impfung im Impfzentrum erhalten hat, kann für die Zweitimpfung eine Arztpraxis aufsuchen.

Welche Ärzte die Zweitimpfung anbieten, hat die Kassenärztliche Vereinigung auf ihrer Internetseite unter www.corona-kvwl.de/zweitimpfung veröffentlicht. Im Impfzentrum gibt es für die Erstgeimpften eine entsprechende Liste direkt mit nach Hause.

Bundesweit erreicht die Inzidenz die 100er-Marke

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat erstmals seit Mitte Mai den Wert von 100 erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit exakt 100,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 95,1 gelegen, vor einer Woche bei 70,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 15.145 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10 949 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 86 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 75 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.452.425 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.200.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.077.

In Nordrhein-Westfalen liegt der Inzidenzwert am Samstagmorgen bei 64,2 (Vortag: 61,0). Er ist damit gestiegen, liegt aber weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt. Am höchsten sind die Werte derzeit in Thüringen, Sachsen und Bayern.

Die aktuelle Verordnung in der Übersicht:

Die Kernaussage der neuen Corona-Schutzverordnung vom 11. September ist, dass vollständig geimpften und von Covid-19 genesenen sowie negativ getesteten Menschen grundsätzlich wieder alle Einrichtungen und Angebote offen stehen.

Die neue Corona-Schutzverordnung schreibt vor, dass bestimmte Angebote und Einrichtungen nur genutzt bzw. besucht werden dürfen, wenn eine vollständige Impfung, Genesung oder negative Testung vorgewiesen werden kann (3G = geimpft, genesen, getestet).

Die Landesregierung hat die Corona-Schutzverordnung an die aktuellen Entwicklungen des Infektions- und Pandemiegeschehens in Nordrhein-Westfalen angepasst. Danach gelten seit dem 1. Oktober 2021 unter anderem der Verzicht der Maskenpflicht im Freien, die Möglichkeit, einen PCR-Test durch kurzfristige Schnelltests zu ersetzten sowie Erleichterungen für Gastronomen und Veranstalter.

Die wichtigsten Neuregelungen im Überblick

Keine Maskenpflicht im Freien mehr

Die neue Corona-Schutzverordnung sieht unter anderem den Wegfall der Maskenpflicht im Freien vor. Bislang galt, dass in Warteschlangen und Anstellbereichen sowie unmittelbar an Verkaufsständen, Kassenbereichen und ähnlichen Dienstleistungsschaltern sowie bei Sport-, Kultur und sonstigen Veranstaltungen im Freien mit mehr als 2.500 Besucherinnen und Besuchern das Tragen einer Maske erforderlich war.

Diese Pflicht fällt weg. Trotzdem wird weiterhin auch im Freien das Tragen einer Maske dringend empfohlen, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann, typischerweise ist das insbesondere in Warteschlangen und Anstellbereichen der Fall.

PCR-Test kann durch kurzfristigen Schnelltest ersetzt werden

Überall dort, wo bislang nicht immunisierte Personen einen PCR-Test als Zugangsvoraussetzung (z.B. Diskotheken) oder als Bedingung für den Entfall der Maskenpflicht (z.B. Chorproben) benötigt haben, kann ab 1. Oktober auch alternativ ein Schnelltest verwendet werden, wenn dieser höchstens sechs Stunden alt ist.

Mehr Zuschauer bei Großveranstaltungen

Bei Großveranstaltungen (Sportveranstaltungen, Konzerten, Musikfestivals und ähnlichem) entfällt die absolute Obergrenze von 25.000 Zuschauerinnen und Zuschauern vollständig. Bei Großveranstaltungen im Freien wird darüber hinaus die relative Obergrenze von 50 Prozent der regulären Zuschauerkapazität gelockert. Hier können nun alle Sitzplätze voll belegt werden, wenn die Veranstalterin bzw. der Veranstalter sicherstellen, dass außerhalb der Plätze Masken getragen werden.

Keine besonderen Abstände/Trennwände in der Innengastronomie mehr vorgeschrieben

In der Innengastronomie sind keine besonderen Abstände oder Trennwände zwischen den Tischen mehr zwingend erforderlich. Vielmehr werden die Einhaltung des Abstands oder Trennwände lediglich empfohlen. Es bleibt aber bei der Maskenpflicht außerhalb des festen Sitz- oder Stehplatzes.

Das bedeutet die 3G-Regel

Die 3G-Regel gilt immer für den Besuch von:

– Krankenhäusern;

– Alten- und Pflegeheimen;

– besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe;

– Unterkünften für Geflüchtete;

– stationären Einrichtungen der Sozialhilfe.

Aufgrund der aktuellen Lage besteht für alle Personen, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, bei bestimmten Aktivitäten eine Pflicht zum Nachweis eines negativen Antigen-Schnelltests oder eines negativen PCR-Tests.

Die Pflicht zur Vorlage eines negativen Antigen-Schnelltests (= POC-Test) gilt für:

– Veranstaltungen in Innenräumen;

– Sport in Innenräumen;

– Innengastronomie;

– körpernahe Dienstleistungen (hierunter fallen auch notwendige medizinische Dienstleistungen);

– Beherbergung;

– Großveranstaltungen im Freien (mit mehr als 2500 Personen).

Die Pflicht zur Vorlage eines negativen PCR-Tests gilt für:

– Clubs;

– Diskotheken und ähnliche Einrichtungen;

– Tanzveranstaltungen einschließlich privaten Feiern mit Tanz (z.B. auch Hochzeitsfeiern);

– sexuelle Dienstleistungen.

Für genesene oder vollständig geimpfte Personen besteht keine Pflicht zum Nachweis eines negativen Testergebnisses.

Maskenpflicht und AHA-Regeln

Für alle Personen, also auch für Geimpfte und Genesene, besteht unabhängig von Inzidenzwerten die Pflicht zum Tragen (mindestens) einer medizinischen Maske – und zwar:

– im öffentlichen Personennahverkehr;

– im Handel;

– in Innenräumen mit Publikumsverkehr;

– in Warteschlangen;

– an Verkaufsständen;

– bei Großveranstaltungen im Freien (außer am Sitzplatz).

Darüber hinaus werden die bekannten und bewährten AHA-Verhaltensregeln weiterhin empfohlen: Abstand halten, Hygieneregeln beachten und im Alltag eine Maske tragen. Und: Einrichtungen mit Besucher- oder Kundenverkehr sind verpflichtet, bestimmte Lüftungs- und Hygieneregeln umzusetzen.

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