Corona-Pandemie

Kreis Recklinghausen: Nur „Chekko“ ist ans Gesundheitsamt angeschlossen

Gastronomen müssen die Kontaktdaten ihrer Gäste erfassen. Mit Zettel und Papier - oder digital. Dafür gibt es Apps. Dem Gesundheitsamt erleichtert derzeit aber nur eine wirklich die Arbeit.
Der Hertener Andreas Weidner hat die App „Chekko“ zur Kontaktdaten-Erfassung und -Nachverfolgung entwickelt. © Meike Holz

Vor- und Nachname, Anschrift, Telefonnummer bzw. E-Mail-Adresse sowie Datum und Zeitraum der Anwesenheit: Diese Daten müssen Restaurants und Kneipen in Corona-Zeiten von ihren Gästen erfassen – um so die „Rückverfolgbarkeit“ von Kontakten sicherzustellen. Das geht entweder mit Zettel und Papier oder digital – also etwa mithilfe von „Chekko“, „Luca“ oder der Corona-Warn-App.

Der Kreis Recklinghausen weist jetzt allerdings darauf hin, dass „Chekko“ nach wie vor als einzige App an die Schnittstelle zur Kontaktnachverfolgungs-Datenbank des Gesundheitsamts angebunden ist. Das heißt: Gastronomiebetriebe können auch auf andere technische Lösungen setzen und tun das auch – dem Kreis hilft das dann derzeit aber nur bedingt.

Ganz gezielte Kontaktnachverfolgung

Bei „Chekko“ hingegen kann das Gesundheitsamt, wenn ein Gast positiv auf Corona getestet wird, die Kontaktdaten der anderen Besucher abrufen. Zudem biete diese App den Vorteil, dass Gastronomiebetriebe „Tische anlegen können“, so Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister. Das sei nicht bei allen Apps möglich. Dadurch könne bei der Kontaktnachverfolgung ganz gezielt vorgegangen werden. Ohne diese konkreten Angaben würden nur lange Listen mit Kontaktdaten von Personen produziert, die an dem Tag oder in einem bestimmten Zeitfenster vor Ort waren. Ob sie aber überhaupt Berührungspunkte mit dem oder der Infizierten gehabt haben können, sei nicht erkennbar, müsse erst mühsam ermittelt werden.

Keine Rückmeldung aus Berlin

Das „Tische-System“ erleichtere also die Kontaktverfolgung – und sorge so möglicherweise auch dafür, dass das scharfe Schwert der Quarantäne seltener eingesetzt werden müsse.

Aber warum werden nicht noch weitere Apps wie eben „Luca“ an die entsprechende Schnittstelle des Kreises angebunden? „Zum Angebot der Kreisverwaltung vom März zu einer Kooperationsvereinbarung liegt von dem Berliner Unternehmen immer noch keine Aussage vor“, heißt es dazu von der Pressestelle des Kreises.

Allerdings wird in NRW sowieso an einer Vernetzung aller Anbieter gearbeitet. Über das sogenannte IRIS-Gateway sollen bald alle relevanten Daten zur Kontaktverfolgung unabhängig von der eingesetzten App zusammengeführt und bei Bedarf von den Gesundheitsämtern abgerufen werden können.

Lesen Sie jetzt