Pandemie-Newsblog

Kreis RE: Inzidenz springt auf den höchsten Wert der letzten zwei Monate

Die Zahlen zur Corona-Situation im Kreis Recklinghausen aktualisieren wir im Newsblog regelmäßig. Am Dienstag, 28. Juni, ist die Inzidenz rasant gestiegen - von 518,1 auf 662,3.
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Update 28. Juni, 8.10 Uhr

Der Dienstag ist der Tag der Wahrheit. Denn in der Nacht zum Dienstag fließen die Infektionszahlen vom Wochenende in die Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein. Das Ergebnis sind in der Regel deutlich steigende Inzidenzwerte. So auch in dieser Woche: Das Robert-Koch-Institut meldet am Dienstag, 28. Juni, für den Kreis Recklinghausen einen Wert von 662,3. Am Montag, als die Daten von Samstag und Sonntag noch nicht nachgetragen waren, lag die Inzidenz bei 518,1. Vor einer Woche, am 21. Juni, wurde ein Inzidenzwert von kreisweit 477,0 gemeldet. Zur Wahrheit gehört damit auch, dass sich das Coronavirus im Kreis Recklinghausen wieder schneller verbreitet. Der aktuelle Inzidenzwert ist der höchste in den zurückliegenden zwei Monaten. Und es ist zudem von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Auch landes- und bundesweit ist die Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen je 100.000 Einwohner wiedergibt, am Dienstag gestiegen. Für Deutschland meldet das RKI einen Wert von 635,8 (Vortag: 591,9), NRW weist eine Inzidenz von 774,0 auf (Vortag: 707,2).

Jedoch sind die Inzidenzwerte sowieso grundsätzlich mit Vorsicht zu betrachten: Fachleute gehen davon aus, dass eine hohe Zahl an Fällen nicht in den RKI-Daten erfasst ist. Ein Grund dafür: ein überlastetes Melde- und Testsystem. Eine Rolle könnte auch spielen, dass einige Menschen ihren positiven Selbst- oder Schnelltest nicht mit einem PCR-Test abklären lassen. Sie tauchen dann nicht in der Statistik auf. Auch Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme können das Bild verzerren. Oder eben die Tatsache, dass viele Bundesländer am Wochenende gar nicht oder nicht vollständig ans Robert Koch-Institut (RKI) melden.

Bei der Bewertung der Corona-Lage werden auch die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivbetten berücksichtigt. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz wird jedoch nur landesweit ausgewiesen (siehe unten).

Regierungsbezirk: Lage hat sich im Münsterland ein wenig entspannt

Im Regierungsbezirk Münster bietet sich am Dienstag ein uneinheitliches Bild: Während im nördlichen Ruhrgebiet steigende Inzidenzen zu verzeichnen sind, hat sich die Lage im Münsterland – mit Ausnahme des Kreises Borken – ein wenig entspannt. Allerdings sind jenseits der Lippe die Inzidenzwerte nach wie vor überdurchschnittlich hoch, der Kreis Borken hat landesweit weiter die Spitzenposition inne (1455,0). Der Landkreis Heinsberg steht mit einer Inzidenz von 330,3 in NRW am günstigsten da.

Nachfolgend die Übersicht über den Regierungsbezirk Münster (Quelle: RKI, Stand: 28. Juni, 3.11 Uhr; Vortageswerte in Klammern):

Kreis Borken: 1455,0 (1354,9)

Kreis Warendorf: 997,4 (1083,9)

Kreis Coesfeld: 973,2 (1142,2)

Münster: 936,5 (1023,1)

Kreis Steinfurt: 816,6 (794,5)

Kreis RE: 662,3 (518,1)

Bottrop: 655,1 (565,6)

Gelsenkirchen: 496,3 (412,2)

Und so sieht die Situation in den Nachbarregionen des Vests im Ruhrgebiet aus: Herne kommt auf eine Inzidenz von 712,4, Dortmund auf 796,3, Essen auf 679,6, Bochum auf 630,5, der Kreis Unna auf 786,8 und der Kreis Wesel auf 748,9.

RKI: 1033 Neuinfektionen im Kreis Recklinghausen

Der Kreis Recklinghausen hat gemeinsam mit seinen zehn Städten beschlossen, die detaillierte Veröffentlichung der Zahlen auf einen Tag in der Woche zu beschränken. Es werden immer freitags die Daten für die kreisangehörigen Städte zur Verfügung gestellt (siehe unten), nicht mehr täglich. Der Kreis meldet seine Daten nach eigenen Angaben jedoch – mit Ausnahme vom Wochenende – täglich an die übergeordneten Behörden. Der Statistik des Robert-Koch-Instituts für Dienstag, 28. Juni, ist zu entnehmen, dass die Zahl der seit Pandemiebeginn registrierten Corona-Fälle im Kreis RE bei 174.957 liegt, 1033 Neuinfektionen sind hinzugekommen. Die Zahl der Menschen, die im Kreis Recklinghausen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verstorben sind, bleibt bei 1377.

Die jüngsten lokalen Daten aus dem Kreis:

Hier die Zahlen vom Kreis Recklinghausen für die zehn kreisangehörigen Städte – vom Freitag, 24. Juni. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Inzidenzwerte überall gestiegen. Den höchsten Inzidenzwert – er liegt mittlerweile weit über 1000 – weist Dorsten auf – den niedrigsten Waltrop. Und so sieht die Situation in den zehn kreisangehörigen Städten konkret aus (Stand: 24. Juni, 8 Uhr; der Wert vom 17. Juni in Klammern):

Dorsten: 1148,8 (699,1)

Haltern: 676,4 (613,0)

Recklingh.: 594,4 (592,6)

Herten: 552,9 (436,5)

Gladbeck: 537,6 (392,0)

Marl: 532,5(469,7)

Cas.-Rauxel: 478,6 (406,1)

Oer-Erkensch.: 421,8 (367,9)

Datteln: 400,4 (383,1)

Waltrop: 305,4 (284,8)

Gesamt: 599,6 (488,6)

In der folgenden Übersicht ist die Zahl der bisherigen Corona-Fälle insgesamt in den jeweiligen Städten sowie die Zahl der Verstorbenen aufgelistet (Stand: Freitag, 24. Juni):

Castrop-Rauxel: 19.899; 135;

Datteln: 8715; 106;

Dorsten: 21.328; 118;

Gladbeck: 21.790; 196;

Haltern am See: 9586; 27;

Herten: 18.981; 164;

Marl: 23.726; 162;

Oer-Erkenschwick: 8600; 103;

Recklinghausen: 33.651; 307;

Waltrop: 6989; 52;

Gesamt: 173.319; 1370;

Zehn Corona-Patienten liegen auf der Intensivstation

Laut Divi-Intensivregister (Stand: 28. Juni, 7.18 Uhr) befinden sich im Kreis Recklinghausen zehn Corona-Patienten auf der Intensivstation (Vortag: 13), davon muss eine Person künstlich beatmet werden (Vortag: 1). Zurzeit sind 47 von 193 Intensivbetten frei. Das sind 24,35 Prozent (Vortag: 21,99). Der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten liegt im Kreis bei 5,18 Prozent (Vortag: 6,81).

79,3 Prozent der Menschen in NRW vollständig geimpft

Der Kreis Recklinghausen veröffentlicht keine kreisweiten Impfzahlen mehr, sondern verweist in seinem Dashboard nur noch auf die Impfquoten des Landes. Vollständig geimpft sind in ganz NRW demnach 79,3 Prozent, unvollständig weitere 2,3 Prozent der Menschen (Stand: 22. Juni 2022). Die Impfquote ist innerhalb einer Woche lediglich um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

Es bleibt bei drei kommunalen Impfzentren im Kreis RE

Wegen der geringen Nachfrage nach Impfungen hat der Kreis Recklinghausen das kommunale Impfangebot angepasst. Seit dem 1. Juni werden die Impfungen gegen das Corona-Virus in Castrop-Rauxel in den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Neptunstraße 10 durchgeführt, die Impfstelle am Europaplatz wurde geschlossen. An den insgesamt drei kommunalen Impfstellen im Kreis Recklinghausen werden Impfungen für Erwachsene und Kinder angeboten. Vorherige Terminvereinbarungen sind nicht notwendig.

Anlaufstellen für Impfwillige sind:

– in Castrop-Rauxel das DRK (Neptunstraße 10), freitags von 15 bis 19 Uhr,

– in Dorsten der Altstadttreff am Hauptbahnhof (Auf der Bovenhorst 9), mittwochs von 15 bis 18 Uhr,

– in Recklinghausen das DRK (Kölner Str. 20), samstags 14 bis 18 Uhr.

Möglich sind Impfungen mit den Impfstoffen von Biontech, Moderna und Novavax, wobei die Ständige Impfkommission (Stiko) für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren vorzugsweise Biontech empfiehlt.

Weitere Impfmöglichkeiten:

– Marl, Paracelsus-Klinik (Kapelle), Öffnungszeiten: mittwochs und donnerstags, jeweils 16 bis 20 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Anmeldung erforderlich: www.klinikum-vest.deoder Tel. 02361 5684917 (werktags von 8 bis 12 Uhr)

– Recklinghausen, Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen (Pflegeschule), Dorstener Straße 151, Öffnungszeiten: montags, dienstags, freitags und samstags jeweils 16 bis 20 Uhr, Erst- und Zweitimpfungen sowie Boosterimpfungen, Anmeldung erforderlich: www.klinikum-vest.deoder Tel. 02361 5684917 (werktags von 8 bis 12 Uhr)

Der Kreis Recklinghausen hat einen Handlungsleitfaden entwickelt. Der ist zu finden unter: www.kreis-re.de/positiv.

Bundesweit 142.329 Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 635,8 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 591,9 gelegen (Vorwoche: 458,5; Vormonat: 209,4).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 142.329 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 123.097) und 113 Todesfälle (Vorwoche: 182) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 27.914.240 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

In Niedersachsen ist die Inzidenz jetzt am höchsten

In Nordrhein-Westfalen ist der Inzidenzwert am Dienstag ebenfalls gestiegen – auf 774,0 (Vortag: 707,2). Die höchste Inzidenz gibt es aktuell in Niedersachsen (921,5), die niedrigste in Thüringen (229,6).

Die für die Lagebewertung wichtige Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz liegt in Nordrhein-Westfalen laut Landeszentrum Gesundheit (LZG) am Dienstag bei 6,31 (Vortag: 7,37).

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