„Speckhorn“: Mutter und Tochter werden auf Autobahnparkplatz belästigt

Redakteur
Eine Frau ist mit ihrer kleinen Tochter auf dem Autobahn-Rastplatz „Speckhorn“ auf dem Weg nach Bochum sexuell belästigt worden. Hier eine Aufnahme von der Anlage in Fahrtrichtung Münster. © Meike Holz
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Eine 36 Jahre alte Frau ist mit ihrer Tochter (8) auf dem A43-Parkplatz „Speckhorn“ sexuell belästigt worden. Die Beiden waren am frühen Montagabend auf dem Heimweg in Richtung Bochum und hielten gegen 19.10 Uhr auf dem Parkplatz an. Nachdem Mutter und Tochter aus dem Auto ausgestiegen waren, „bemerkten sie einen Mann, der mit heruntergelassener Hose vor ihnen stand und sich sexuell befriedigte“, heißt es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Recklinghausen. Daraufhin seien sie wieder ins Auto gestiegen und davongefahren.

Wer kann Hinweise geben?

Die Polizei bittet nun um Hinweise zu dem Exhibitionisten. Er wird wie folgt beschrieben: etwa 35 bis 45 Jahre alt, ca. 1,70 Meter bis 1,80 Meter groß, Pferdeschwanz mit glatten Haaren, die an den Seiten rasiert sind. Er trug eine kurze Hose und schwarze Puma-Schuhe.

Der unbewirtschaftete Rastplatz „Speckhorn“ ist im vergangenen Jahr wiedereröffnet worden. Damals wurde unter anderem auf das neue WC-Gebäude hingewiesen, das die Entstehung von Angsträumen verhindern sollte, auf die neu angelegten Rastbereiche mit den modernen Sitzmöbeln oder auch die Absicht, den Parkplatz während der Nachtstunden komplett zu beleuchten. Für Exhibitionisten spiele all das aber keine Rolle, sagt Annette Achenbach aus der Pressestelle des Polizeipräsidiums auf Nachfrage: „Exhibitionisten kann man beim Spaziergang im Wald genauso begegnen wie auf dem offenen Feld oder in einem Wohngebiet. Manchmal sitzen sie auch im Auto oder auf einer Parkbank.“ Zudem würden sie „tageszeitenunabhängig“ auffällig werden.

Man sollte die Situation nicht unterschätzen

Wer einem Exhibitionisten begegne, sollte diesen nicht provozieren, rät Achenbach: „Der klassische Exhibitionist will sich einfach ‚nur‘ präsentieren. Aber so genau weiß man natürlich nie, was da hinter der Stirn vorgeht. Unterschätzen sollte man so eine Situation auch nicht.“ Deshalb empfehle die Polizei in solchen Fällen: den Exhibitionisten am besten ignorieren, weggehen – und die Polizei verständigen. So wie es in diesem Fall auch Mutter und Tochter getan haben.

Info: Hinweise zu dem Mann nimmt die Recklinghäuser Polizei unter Tel. 0800/2361 111 entgegen.

Stichwort

Exhibitionismus

  • Laut Wikipedia handelt es sich beim Exhibitionismus um eine Sexualpräferenz, bei der durch Entblößung des sonst verdeckten Intimbereichs oder mit sexuellen Aktivitäten vor der Öffentlichkeit sexuelle Lust gewonnen werden soll. Er stelle damit das Gegenstück zum Voyeurismus dar.
  • Einem verurteilten Exhibitionisten droht laut Annette Achenbach aus der Pressestelle des Polizeipräsidiums Recklinghausen eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Wobei es diesen Straftatbestand übrigens nur für Männer gibt. Frauen können per Gesetz nicht als Exhibitionisten verurteilt werden, sondern nur wegen der Erregung öffentlichen Ärgernisses.