Boomerang-Mitarbeiter: Zurück in den alten Job

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Viele stellen sich die Frage: Rückkehr in den alten Job - geht das? © Montage: Adobe Stock/Kaminski
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Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich hier geschrieben habe, dass Sie an dieser Stelle nicht mehr von mir lesen würden. Dass Sie es jetzt aber doch tun, ist keine Einbildung. Ich bin wieder da. Als Boomerang-Mitarbeiter.

Nach einer Kündigung zurück in den alten Job zu gehen, war lange Zeit ein absolutes No-Go. Und diese Einstellung haben immer noch viele Menschen. Auch ich habe das bemerkt, als ich Familie und Freunde mit diesem Vorhaben konfrontierte. Ich solle das lieber lassen, es wirke auf den Arbeitgeber schließlich wie ein „Ach, jetzt sind wir also doch gut genug“, so der Tenor.

Zurück in den alten Job: Eine Gratwanderung?

Ich verstehe diesen Gedankengang total. Er ist ja auch schlüssig: Erst will man unbedingt schnellstmöglich die Koffer packen, dann aber doch wieder zurück, sobald man merkt, dass die neue Stelle nicht die richtige ist.

Geht man also nur zurück, weil man sich das geringere Übel zurückwünscht? Gut möglich, dass einige es deshalb tun. Muss aber nicht sein. Denn auch, wenn die Rückkehr in den alten Job vielleicht eine Gratwanderung sein mag, gibt es schlagende Argumente, beherzt in die Wanderschuhe zu schlüpfen.

Perspektivwechsel: Rückkehr zum Ex-Arbeitgeber

Den meisten von uns wird klar sein, dass eine berufliche Karriere heutzutage einfach nicht mehr gradlinig von A nach B verläuft, sondern zwischendrin häufig noch viele weitere Buchstaben des Alphabets ansteuert. Es ist also überhaupt nicht ungewöhnlich, wenn ein Ex-Arbeitgeber wieder interessant wird.

Manchmal braucht es vielleicht einfach etwas Distanz, um herauszufinden, was man wirklich möchte. Aus der Ferne – und im Direktvergleich mit einer neuen Position – kann man den alten Job viel besser einschätzen, als wenn man mittendrin steckt, knietief im Tagesgeschäft.

Auch der Chef profitiert von der Rückkehr

Wenn man dann bei dieser Betrachtung bemerkt, dass einem das alles fehlt – im Idealfall sogar die Dinge, die einen vorher noch auf die Palme gebracht hatten -, dann sollte man nicht zögern, sondern direkt zum Hörer greifen. Die Rückkehr zeugt nicht automatisch von Schwäche, sondern kann auch als eine ganz bewusste Entscheidung für das Unternehmen verstanden werden.

Also: Keine falsche Scham. Denn auch der neue, alte Arbeitgeber profitiert von Boomerang-Mitarbeitern. Sie kennen schließlich die Arbeitsabläufe, Kollegen und die Organisation der Firma. Salopp gesagt: Sie wissen, wo alles steht. Wenn sich beide Seiten einig werden können, eine echte Win-Win-Situation.