Kostenfreies Hilfsangebot der Stadt Marl

Friedhelm Grafweg ist neuer Leiter der Psychologischen Beratungsstelle

Mit ihrer Psychologischen Beratungsstelle besitzt die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal im Kreis Recklinghausen. Kinder, Jugendliche und Eltern finden an der Rappaportstraße 10 Unterstützung.
Friedhelm Grafweg, Psychologische Beratungsstelle Marl. © Thomas Fiekens

„Beratung ist etwas schönes. Man kümmert sich nicht nur um Probleme, sondern ganz wesentlich um Lösungen.“ Mit zwei Sätzen bringt Friedhelm Grafweg Grundüberzeugungen auf den Punkt, die er für die Arbeit als neuer Leiter der Psychologischen Beratungsstelle an der Rappaportstraße 10 mitbringt. Seit Juli ist er dort mit dem neunköpfigen Team für Menschen da.

Neubesetzung mit Kompetenz und Erfahrung

Der 62-jährige Hagener ist nach Abschluss des Auswahlverfahrens Nachfolger von Andreas Wesche, der die Leitung des Jugendamtes Marl übernommen hat. Montagmorgen, Ortstermin an der Rappaportstraße 10. „Friedhelm Grafweg ist eine ausgezeichnete Wahl“, sagt Michael Bach, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. „Wir freuen uns, dass wir die Leitungsstelle unserer städtischen Beratungseinrichtung so kompetent besetzen konnten.“

Bach wird zur Vorstellung des neuen Leiters von Wesche und der Jugend- und Sozialdezernentin Claudia Schwidrik-Grebe begleitet, auch sie ist „überzeugt, das Friedhelm Grafweg aufgrund seiner breitgefächerten Qualifikation und umfangreichen Berufserfahrungen unserer psychologischen Beratungsstelle wichtige Impulse geben kann.“

Neuropsychologe und Psychotherapeut

Zur Person: Grafweg arbeitete als Erzieher in Witten, Hagen und Gevelsberg, bevor er ab 1987 Psychologie und Germanistik in Marburg mit dem Abschluss Diplom studierte. Ab 1993 war er als Neuropsychologe und dann als Psychotherapeut in einer neurologischen Klinik in Bad Wildungen, dann in Hagen tätig.

2010 wechselte er als psychologischer Leiter der Schmerzstation an die psychiatrische Klinik in Oldenburg, nach einem berufsbegleitenden Supervisionsstudium folgte 2018 mit der Übernahme der psychologischen Beratungsstelle Dortmund-Mengede die Rückkehr ins Ruhrgebiet.

Und der Mensch hinter der Funktion? Grafweg hat zwei erwachsene Töchter, lebt mit seiner Frau in Herten, bezeichnet sich selbst als als „enthusiastischen Hobbygitarristen, mäßigen Doppelkopfspieler und überzeugten Ruhrgebietler.“

Vertrauen ist die Basis von allem

Mit ihrem Angebot besitzt die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal unter den Kommunen im Kreisgebiet – seit mehr als 40 Jahren. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinem Kollegen und Nachfolger“, blickt Jugendamts-Chef Andreas Wesche nach vorn.

Die Vorstellung des neuen Leiters am Arbeitsplatz an der Rappaportstraße 10 hat Symbolwert: Die Lage der Beratungsstelle ist exzellent: Sie ist innenstadtnah angesiedelt und zugleich von Grün umgeben, schon das vermittelt Diskretion. Gegenseitiges Vertrauen ist in der Arbeit Beratungsstelle die Basis von allem.

Atmosphäre der Angstfreiheit

„Es ist unser Ziel, eine Atmosphäre der Angstfreiheit zu schaffen“, sagt Grafweg. „Es gibt in unserer Gesellschaft nur noch wenige Räume in denen man keine Angst haben muss. Das aber ist Voraussetzung dafür, sich zu öffnen, zu neuen und machbaren Lösungen zu kommen, die auch in den Familienalltag passen.

Wir bewerten nicht. Ich nehme in der Beratungsstelle Marl, im Jugendamt der Stadt eine Atmosphäre der Unterstützung von Menschen wahr. Die Art und Weise der Arbeit hier hat mich beeindruckt.“

In mehr als 40 Jahren Beratungsstelle hat sich viel verändert, gerade auch die Sozialstruktur in der Stadt. Die Coronavirus-Pandemie hat niemand kommen sehen.

Für Grafweg ist klar, dass die Auswirkungen auf Kinder und Jugendlichen noch gar nicht klar sind, die Beratungsstelle lange begleiten werden. „Es geht durch alle sozialen Schichten – wir haben zum Beispiel die Mutter, die mit Homeschooling überfordert ist, neben allem anderen die beiden Kinder nicht vor den Monitor bekommt. Wir haben ein ,Bildungsloch‘ von einem, wenn nicht eineinhalb Jahren in der Vermittlung grundlegender Kulturtechniken wie Rechnen, Lesen, Schreiben.“

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