gate.ruhr in Marl: Initiative will keinen Bürgerdialog und schlägt Alternative vor

Redaktionsleiterin
In einem Saal sitzen Marlerinnen und Marler an Tischen und hören einem Vortrag über gate.ruhr zu.
Ende April hatte die Bürgerinitiative Hamm-Sickingmühle zu einer Bürgerversammlung in das Pfarrheim St. Barbara eingeladen. © Patrick Köllner
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An der Nordstraße in Marl-Hamm sind die Bagger am Werk. Die ehemalige Kraftwerksfläche wird aufgeschüttet. Die alte Halde soll für die Anwohner in Sickingmühle als Sicht- und Lärmschutz zum Industrie- und Gewerbegebiet gate.ruhr dienen.

Am Dienstag, 21. Juni, laden die Stadt Marl und die Projektgesellschaft gate.ruhr in der Pauluskirche, Römerstraße 61 zum Bürgerdialog ein, um den aktuellen Stand des Projekts vorzustellen. Geplant ist der größte zusammenhängende neue Industrie- und Gewerbestandort der Region auf dem ehemaligen Zechengelände der Auguste Victoria seit 2015.

Ein Bagger und eine Walze stehen auf der Fläche des ehemaligen Kraftwerks auf dem künftigen Industriegelände gate.ruhr.
Die ehemalige Kraftwerksfläche an der Nordstraße in Marl-Hamm wird für aufgeschüttet. © Martina Möller

Erschließung der ersten 16 Hektar hat begonnen

Die Erschließung des ersten 16 Hektar großen Abschnitts an der Nordstraße hat begonnen. Dieser Bereich gehört der Projektgesellschaft gate.ruhr, in der die Stadt Marl zu 51 Prozent und die RAG Montan Immobilien zu 49 Prozent vertreten sind. Mit dem Bebauungsplan 239 für den Teilbereich „Hafen und Mitte“ wird auf diesem Teil der Schachtanlage Auguste Victoria 3/7 Baurecht geschaffen. 1000 Arbeitsplätze – bei rund 40 Hektar Gesamtfläche für gate.ruhr sind das 25 Stellen pro Hektar – sollen hier am Ende für Menschen aus Marl und der Region zur Verfügung stehen.

Seitdem auf einer Fläche von 2,8 Hektar Bäume gefällt und Sträucher gerodet wurden, sind Anwohner aus der Zollvereinsiedlung und der Waldsiedlung aufgeschreckt.

In einer hochemotionalen Bürgerversammlung Ende April brachten sie ihre Bedenken zum Beispiel in Hinblick auf Verkehrslärm, Klima- und Artenschutz vor – fühlten sich aber von den Vertreterinnen und Vertretern der Stadt nicht angemessen informiert.

Nach Anwohnerversammlung folgt der Bürgerdialog

Jetzt soll der von der Stadt initiierte Bürgerdialog Klarheit über den aktuellen Stand des Industriegebiets gate.ruhr geben, das vom Land NRW mit 14,585 Millionen Euro gefördert wird. Geplant war die Vermarktung des ersten Abschnitts, bereits für dieses Jahr. Unter anderem der Corona-Pandemie ist geschuldet, dass jetzt erst die Erschließung beginnt.

Der Bürgerdialog am 21. Juni ist als Informationsveranstaltung für alle interessierten Marlerinnen und Marler angelegt. Geplant sind die Begrüßung durch Bürgermeister Werner Arndt, danach jeweils fünf Minuten lange Impulsvorträge. Anschließend können sich die Besucher an fünf Themen-Inseln über Bauphase, Umwelt, Verkehr, Vermarktung und Bauleitplanung informieren.

Aus Sicht der Bürgerinitiative Sickingmühle-Hamm ist diese Veranstaltungsart ungeeignet, um ihre Fragen zu beantworten. „Wir haben Themen, die in der Aufzählung der Thementische nicht vorkommen“, heißt es in einem Brief an Bürgermeister Werner Arndt. Die BI schlägt eine Podiumsdiskussion mit Moderation vor.

Anmeldungen zum Bürgerdialog unter 02365/6700 oder per E-Mail an anmeldung@gate.ruhr