Holocaust-Gedenktag in Marl Rolf Abrahamsohn redete nicht nur Marlern ins Gewissen

Rolf Abrahamsohn überlebte den Holocaust und berichtete als Zeitzeuge immer wieder Kindern und Jugendlichen von den Verbrechen der Nazis.
Rolf Abrahamsohn überlebte den Holocaust und berichtete als Zeitzeuge immer wieder Kindern und Jugendlichen von den Verbrechen der Nazis. © Jörg Gutzeit (Archiv)
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Bürgermeister Werner Arndt lädt am Freitag, 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, zur Gedenkfeier in die Aula der Scharounschule ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung unter dem Titel „Und die Toten lagen daneben“ steht die Erinnerung an Rolf Abrahamsohn und seine Familie. Rolf Abrahamsohn, der vielen Menschen in Marl noch in guter Erinnerung sein dürfte, überlebte den Holocaust und verstarb am 23. Dezember 2021 im Alter von 96 Jahren.

Konzentrationslager in Riga überlebt

Rolf Abrahamsohn war 13 Jahre alt, als die Nationalsozialisten das Haus und Geschäft seiner Familie in der Loestraße anzündeten. Mit 16 Jahren wurde er mit seiner Mutter nach Riga deportiert. Sechs weitere Konzentrationslager folgten. Über die Ankunft in einem Lager hat er später als Zeitzeuge geschrieben: „Immer wenn wir irgendwo ankamen, gab es einen Zählappell, ob alle Leute da waren. Und die Toten lagen daneben; sie wurden auch mitgezählt.“

Vor der Gedenkfeier, zu der alle Interessierten eingeladen sind, bitten Pfarrer Roland Wanke (esm) und Pastoralreferent Dr. Philipp Winger (Heilige Edith Stein) um 15.30 Uhr zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Aula an der Westfalenstraße ein. Die Gedenkfeier beginnt dort um 16.30 Uhr. Neben der Ansprache von Bürgermeister Werner Arndt wird es einen Videogruß von Halina Birenbaum, Überlebende des Holocausts aus Marls israelischer Partnerstadt Herzliya geben.