Recklinghausen leuchtet kürzer und mit Solarstrom – Bürgermeister sieht „neue Maßstäbe“

Redakteur
Häuser der Recklinghäuser Altstadt werden angestrahlt. Daneben einmontiert: Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche.
Nun ist es offiziell: Recklinghausen leuchtet auch im Herbst 2022. Für Bürgermeister Christoph Tesche eine wichtiges Signal für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. © Jörg Gutzeit, Montage asp
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Endlich herrscht Planungssicherheit für die Stadt Recklinghausen und die Organisatoren der Arena GmbH. „Recklinghausen leuchtet“ darf stattfinden. Denn, so eine Mitteilung der Stadt Recklinghausen: „Die am vergangenen Mittwoch (24. August) vom Bundeskabinett verabschiedete Verordnung zur Einsparung von Energie aus dem Wirtschaftsministerium lässt das Beleuchten von öffentlichen Gebäuden im Rahmen von Kulturveranstaltungen und Volksfesten ausdrücklich zu.“

Vom 21. Oktober bis zum 6. November sollen Gebäude in der Recklinghäuser Innenstadt erstrahlen. Dabei werde das Event erstmals klimaneutral über die Bühne gehen. Beim Städtetag und in Ministerien habe die Stadt Recklinghausen sich in den vergangenen Wochen dafür eingesetzt, dass ein Ereignis wie „Recklinghausen leuchtet“ möglich ist. Nun sehen sich Bürgermeister Christoph Tesche und weitere Akteure bestätigt. Dennoch wolle man in der Konzeption der Veranstaltung auf die aktuelle Lage reagieren. Tesche: „Uns ist bewusst, dass in Zeiten von Energieknappheit und Spar-Appellen Menschen durchaus auch kritisch auf das Event schauen. Darauf reagiert in Abstimmung mit uns der Veranstalter mit einem Konzept, das in puncto Umweltfreundlichkeit Maßstäbe setzt.“

Der Verwaltungschef betont, dass es auch und gerade in schweren Zeiten wie diesen Veranstaltungen und Aktionen brauche, die das Gemeinschaftsgefühl in der Bevölkerung stärken. Genau das könne „Recklinghausen leuchtet“.

Nicht zuletzt seien die beiden Wochen im Herbst unverzichtbar für Einzelhandel und Gastronomie in der Altstadt. „Durch die schwierigen Corona-Jahre hat sich die Bedeutung für die beiden Branchen sogar noch einmal verstärkt“, so Tesche weiter.

Ziel: Ein Viertel weniger Strom verbrauchen

Die Organisatoren der Arena GmbH haben sich ein Ziel gesetzt: Sie wollen bei „Recklinghausen leuchtet“ in diesem Herbst 25 Prozent weniger Strom verbrauchen als in den Vorjahren. Gebäude und Plätze werden nicht mehr bis 24 Uhr angestrahlt, sondern sonntags bis donnerstags bis 22.30 Uhr sowie freitags und samstags bis 23 Uhr. Außerdem will die Arena GmbH die Leuchtmittel weiter modernisieren. Seit Jahren seien bereits sparsame LED-Lichter im Einsatz.

Ein weiterer Baustein des „neuen“ „Recklinghausen leuchtet“: Auf dem Dach ihrer Strandbude im Stadthafen wird die Arena GmbH eine Photovoltaik-Anlage errichten. Sie soll den Strom für die Lichterwochen erzeugen. Geschäftsführer Lars Tottmann: „Die Anlage wird am kommenden Wochenende installiert und geht im September in Betrieb. Sie wird pro Jahr rund 14.500 Kilowatt Strom erzeugen.“ Den Stromverbrauch von „Recklinghausen leuchtet“ schätzen Tottmann und Co-Geschäftsführer Marius Ebel auf 12.500 Kilowattstunden, was dem Jahresverbrauch von drei Vierpersonenhaushalten oder 15 herkömmlichen Straßenlaternen entspreche.

Illuminierte Gebäude in der Recklinghäuser Altstadt
Einzigartige Atmosphäre: „Recklinghausen leuchtet“ soll die Altstadt auch in diesem Herbst verzaubern. © Jörg Gutzeit (Archiv)

Zudem soll die Veranstaltung erstmals in ihrer Geschichte klimaneutral sein. Der CO2-Abdruck werde komplett kompensiert, dazu gehöre nicht nur der Stromverbrauch, sondern auch das CO2, das bei Transport und Aufbau anfällt.

Auch eine Rathaus-Show wird es in diesem Jahr wieder geben. Sie widmet sich dem Motto „Eine Stadt bewegt sich“. Es geht um Mobilität.

Nachdem das Rahmenprogramm im Vorjahr coronabedingt ausgefallen war, soll in diesem Jahr wieder mehr Leben in die Stadt kommen. Das Terrassenglühen findet am Samstag (29.10) erstmals auf dem Kirchplatz statt. Moguai legt am 5. November auf dem Rathausplatz auf. Zum Abschluss am Sonntag (6.11.) findet ein verkaufsoffener Sonntag statt.

Spektakulär soll die Eröffnungs- und Abschlussfeier werden. Darüber hüllen sich Lars Tottmann und Marius Ebel aber noch in Schweigen. Immerhin: Es wird sie geben. Genau wie die beiden Wochen von „Recklinghausen leuchtet“. Das ist mittlerweile klar.