Weltkindertag

Ein unendliches Puzzle der Kinderrechte

Kinder haben Rechte. Eigentlich macht der Kinderschutzbund mit einem Fest darauf aufmerksam. Das fiel der Pandemie zum Opfer. Die Kinderrechte werden nun in einer Ausstellung formuliert.
Der Kinderschutzbund und die Lebenshilfe stellen ihre Ausstellung vor (v.l.) Linda Martens, Marie-Christin Oneschkow, Saskia Thomaka und Marco Bültmann. © Valentin Schneider

Um auf die Rechte der Kinder und Jugendlichen aufmerksam zu machen, hat der Kreisverband des Kinderschutzbundes in Recklinghausen gemeinsam mit der Lebenshilfe Mitte Vest e.V. eine interaktive Kinderrechteausstellung gezeigt. Schließlich wird am 20. September der offizielle Weltkindertag gefeiert. Die Türen waren daher am Vortag geöffnet für Kinder und ihre Familien, die im Rahmen von Mindmaps, Malereien oder weiteren Mitmachaktionen ihre Ideen zu den zehn wichtigsten Kinderrechten darstellen durften.

Großes Familienfest in der Vestlandhalle fällt aus

Die interaktive Ausstellung zu Kinderrechten war aber nicht die einzige in Recklinghausen. Lebenshilfe und Deutscher Kinderschutzbund (DKSB) sind nur einige Beispiele der vielfältigen städtisch ausgerichteten Aktionen, die die verschiedenen Jugendeinrichtungen in der Stadt anlässlich des Weltkindertages veranstalten. „Sonst feiern wir mit allen anderen Einrichtungen, mit denen wir einen Arbeitskreis bilden, ein großes Familienfest in der Vestlandhalle“, sagt Einrichtungsleitung Marie-Christin Oneschkow. Das Fest fiel aber wegen Corona aus. Als Ersatz habe man sich dezentrale Aktionen überlegt, die ebenso deutlich auf die Entwicklung der Kinderrechte hinweisen.

Diesmal gibt es also eine interaktive Ausstellung in den Innenräumen des Kinderschutzbundes an der Wildermannstraße. In der vergangenen Woche haben sich viele Kinder aus der Nachmittagsbetreuung des Kinderschutzbundes zusammen mit Betreuerin Saskia Thomaka Gedanken über ihre eigenen Rechte gemacht. Die wurden in verschiedensten kreativen Kunstwerken ausgedrückt. So etwa als es um das „Recht auf Privatsphäre“ ging, das in der Ausstellung die erste Station markiert. Hier gestalteten sie Schuhkartons, auf die sie symbolisch ihre geheimen Gegenstände aufschrieben.

Von Meinungsfreiheit bis Privatsphäre

Weiterhin bildete eine Station auch das „Recht auf eigene Meinung“ ab, das Leiterin Oneschkow als besonders wichtigen Bestandteil von Kinderrechten sieht. „Da haben wir etwa Karten gestaltet, in denen die Kinder aufschreiben konnten, was sie tun würden, wenn sie zu Hause das Sagen hätten oder wenn sie Bürgermeister wären“, erklärt Saskia Thomaka. Corona solle aufhören, war nur eine von vielen Inspirationen.

Die Partizipation von Kindern solle zudem durch die Ausstellung weiter gestärkt werden, auch im Hinblick auf die U18-Wahlen, wo Unter-18-Jährige ihre Wunschparteien wählen dürfen (natürlich ohne Wertung). Die Kinder und ihre Familien, die die Ausstellung besuchten, durften dann ihre Ergänzungen zu besagten Themen einbringen, indem sie diese neben denen der anderen Kinder platzierten.

Neben dem Recht auf Bildung, dem Recht auf Gesundheit und vielen weiteren spielerisch vorgestellten Kinderrechten hatte auch die Lebenshilfe auf ihrem Gelände eine Aktion gestartet. Hier durfte jedes Kind ein eigenes Puzzlestück für ein als unendlich gedachtes Puzzle gestalten. Einige schrieben ihren Namen auf die Puzzleteile, andere konkrete Begriffe wie Toleranz und Liebe. Wie Marco Bültmann, Mitarbeiter der Lebenshilfe, betont, soll das vor allem dazu dienen, dass die Kinder lernen, miteinander etwas erreichen zu können. Die Begriffe sollen für die verschiedenen Vorstellungen der Kinder von ihren Rechten stehen.

Ein unendliches Puzzle im Leerstand

Er könnte sich vorstellen, dass das fertige Puzzle zusammen mit der interaktiven Ausstellung des Kinderschutzbundes irgendwann zum Beispiel in einem Leerstand in der Recklinghäuser Innenstadt ausgestellt wird.

Und wie steht es aktuell um die Kinderrechte? Marie-Christin Oneschkow sagt, dass sie stetige Verbesserungen sieht. Dennoch bemängelt sie, dass es die Kinderrechte nicht ins Grundgesetz schafften, da zum Beispiel Kinderarmut auch heute in Deutschland immer noch ein großes Problem sei.

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