Landgericht Bochum

„Ihr Kakerlaken“: Hetze gegen Nachbarn

In einem Mietshaus im Süden ist die Stimmung im Keller: Ein Rentner (71) hetzt ständig gegen eine Nachbarsfamilie – die Nerven liegen blank. Jetzt wurde der Senior erneut verurteilt.
Ein Rentner aus Hochlarmark ist am Bochumer Landgericht wegen Volksverhetzung zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. © dpa

Weil er eine Nachbarsfamilie in Serie hässlich verunglimpft und beleidigt hat, ist ein Rentner aus Hochlarmark am Donnerstag am Bochumer Landgericht zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 71-Jährige darf sich nun nichts mehr zuschulden kommen lassen. Ansonsten führe sein Weg geradewegs „in den Knast“, hieß es.

„Reißen Sie sich zusammen. Das war heute haarscharf“, ermahnte Richterin Regine Striepen den Witwer. Durch das aktuelle Urteil, das auf Volksverhetzung und Beleidigung lautet, steht der 71-Jährige nun doppelt unter Bewährung. Beim kleinsten Verstoß drohe nicht nur das Absitzen der neunmonatigen, sondern auch das einer älteren, siebenmonatigen Bewährungshaftstrafe (ebenfalls wegen fremdenfeindlicher Hetze).

Der Streit mit der Nachbarsfamilie in einem Mietshaus in Hochlarmark schwelt bereits seit Jahren. „Er ruft immer das Gleiche, beleidigt uns als Kakerlaken“, berichtete die Mutter (42). Seit einem Urteil im März am Amtsgericht, als noch elf Monate Haft ohne Bewährung ausgeurteilt worden waren, halte er sich nun aber überwiegend zurück.

Die Staatsanwaltschaft beantragte nach wie vor eine Haftstrafe, doch die Berufungskammer wollte durch Verhängung einer solchen nicht noch weiteres Öl ins Feuer gießen. Als Bewährungsauflage muss der Senior 2000 Euro bezahlen, unter anderem an die Organisation „Pro Asyl“.

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