Integration verbessern

Klaus Herrmann baut für In- und Ausländer eine neue „Brücke“

Bürgermeister Christoph Tesche will die Bemühungen der Stadt um eine bessere Integration von Flüchtlingen und anderen Migranten verstärken; mit drei neuen Mitarbeitern – und Klaus Herrmann.
Klaus Herrmann, neuer kommissarisch vom Bürgermeister eingesetzter Leiter der „Brücke“, kümmert sich um die Integration von Tausenden Migranten in der Stadt. © Oliver Kleine

Bei der jüngsten Sitzung des Integrationsrates der Stadt wurde einmal mehr deutlich: Die Aufgabe „Integration“ ist nicht gerade klein. In Recklinghausen leben seit Jahren mehr als 12.000 Ausländer aus gut 130 Nationen von A wie Afghanistan bis Z wie Zypern. Dazu kommen noch einmal Tausende eingebürgerte Nachkommen der sogenannten Gastarbeiter, die inzwischen Deutsche sind, aber das haben, was man einen „Migrationshintergrund“ nennt.

Eine dieser eingebürgerten Nachkommen von Gastarbeitern im Kohle-Bergbau der 1970er-Jahre ist die heutige Vorsitzende des Integrationsrates, Gülten Tas. Sie beklagte bei der jüngsten Sitzung des Rates, dass die Wartezeiten auf einen Termin in der Ausländerbehörde bis zu vier Monate betragen und fragte nach, ob die Stadtverwaltung dies nicht verbessern könne. Immerhin hat das Ausländeramt, etwa was das Ausstellen von (Reise-)Dokumenten betrifft, eine ähnliche Funktion wie Standesamt und Bürgerbüro für Deutsche. Und die Wartezeiten im Bürgerbüro, so Tas, seien viel geringer, die Arbeit dort liefe „deutlich zügiger“.

Das war das Stichwort für Bürgermeister Christoph Tesche, der hier eine Verbesserung für die Migranten in Aussicht stellte und an einen Neuling in der Materie verwies: an Klaus Herrmann.

Herrmann, bislang stellvertretender Leiter des Fachbereichs für Schulen und Sport, ist von Tesche eben erst zum kommissarischen Leiter der „Brücke“ ernannt worden – ein städtisches „Amt“ der besonderen Art, dem der Bürgermeister als Dezernent vorsteht. Früher hieß es „Auslandsinstitut“, heute hat es eine Vielzahl von Aufgaben, und die wohl wichtigste ist die Integration von Migrantinnen und Migranten in Recklinghausen.

Integration nicht immer wie gewünscht gelaufen

Klaus Herrmann sagte im Integrationsrat zunächst, die Stadt werde auf die aktuelle personelle Lage im Ausländeramt „reagieren“. Dass dort nicht alles zum Besten stand, bestätigte er. Hilfreich sei nun: Herrmann kann als kommissarisch eingesetzter Koordinator der Integrationsarbeit mithilfe eines neuen Landesprogramms mehr Personal einsetzen als bisher. Drei zusätzliche halbe Stellen würden so finanziert. Die neue Aufgabe habe er sehr gerne übernommen, Integration sei ihm „eine Herzensangelegenheit“. Sein Ziel: die „Stärkung partnerschaftlicher Eigenorganisationen“ von Migranten und deren Begleitung. Viele junge Migranten könnten seiner Auffassung nach „mit ihren besonderen Biografien ein großer Gewinn für die Stadtgesellschaft“ werden.

Tesche sagte, Klaus Herrmann sei seine „Wunschbesetzung“ für das Amt. Die „Brücke“ werde durch ihn und das neue Landesprogramm „deutlich gestärkt“. Das sei auch nötig, denn durch die seit fünf Jahren in die Stadt gekommenen neuen Flüchtlinge habe es auch neue Problemstellungen und Aufgaben gegeben, und die Integration sei „nicht immer so erfolgreich wie gewünscht“ verlaufen. Da werde die Stadt nun „einen neuen Schwerpunkt“ setzen.

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