Landgericht Bochum

Tod in Trinker-WG bleibt ungeklärt

In Recklinghausen wird ein Mann erstochen. Alle Spuren deuten auf einen Bekannten des Opfers. Der Prozess endet jedoch mit einem Freispruch.
Das Bochumer Landgericht: Dieses Gebäude durfte der Angeklagte als freier Mann verlassen. © Jörn Hartwich

Der Tod eines 56-Jährigen aus Hochlarmark bleibt wohl für immer ungeklärt. Der Hauptverdächtige ist am Donnerstag freigesprochen worden. Für die vielen Monate in Untersuchungshaft muss der 29-Jährige nun entschädigt werden.

Es war der 5. März 2021, als es in einer Trinker-WG in Hochlarmark zum Streit gekommen sein muss. Neben dem späteren Opfer und dem Angeklagten war noch ein weiterer Mann anwesend. Alle hatten drei bis fünf Promille intus.

Der 56-Jährige saß auf der Couch, als ihm ein Küchenmesser in die Brust gerammt wurde. Nichts deutet auf einen vorherigen Kampf oder Abwehrbewegungen hin. Das Opfer ist offenbar einfach zusammengesackt und verblutet.

DNA-Spuren am Messer hatten vor allem den 29-Jährigen belastet. Der hatte über seinen Verteidiger Jens Tuschhoff jedoch erklärt, dass er die Klinge nur aus der Brust seines Bekannten herausgezogen habe. Zu widerlegen war das am Ende nicht.

„Es ist wahrscheinlich, dass es der Angeklagte war, der den tödlichen Stich gesetzt hat“, so Richter Josef Große Feldhaus bei der Urteilsbegründung des Bochumer Schwurgerichts. „Eine sichere Überzeugung, dass es so gewesen ist, hat die Kammer nicht.“

Die Staatsanwaltschaft hatte das anders gesehen und sieben Jahre Haft wegen Totschlags beantragt.

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