Trinkwasserspender auf dem Altstadtmarkt Recklinghausen
Frisches Trinkwasser mitten auf dem Altstadtmarkt: Das gab es in Recklinghausen nicht zu allen Zeiten, seit April 2021 ist es dank einer Spende des Rotary-Clubs sogar kostenlos möglich. © Kathrin Grochowski
Trinkwasserversorgung

Noch vor 130 Jahren gab es in Recklinghausen zum Frühstück Bier für alle

Heutzutage kann man in Recklinghausen bedenkenlos Wasser aus dem Kran trinken. Das ist aber erst seit 130 Jahren möglich. Über Jahrhunderte war die Trinkwasserversorgung mit Problemen behaftet.

Erst vor 130 Jahren erhielt Recklinghausen einen beständigen Zugang zu reinem Trinkwasser. Zuvor wurde das Brauch- und Trinkwasser aus dem Grundwasserreservoir der Stadt mithilfe von Brunnen gewonnen. Mit Blick auf die Hygiene war dies sehr bedenklich: Da es keine Abwassersysteme gab, sickerten jegliches Schmutzwasser sowie die Fäkalien von Menschen und Tieren zusammen mit Regenwasser einfach in den Untergrund und verseuchten das Grundwasser. Daher durften besonders in unmittelbarer Nähe von Friedhöfen, Gerbereien oder Abdeckereien keine Brunnenschächte angelegt werden. Das Brunnenwasser konnte ohnehin nur abgekocht verwendet werden, wenn man nicht erkranken wollte. Als Tagesgetränk wurde daher Bier getrunken, auch von Kindern. Dieses Bier besaß jedoch nur einen geringen Alkoholgehalt, war aber aufgrund des Gärprozesses keimfrei.

Brunnen waren die Orte für Klatsch, Tratsch und Infos aller Art

In Recklinghausen kamen Schwengelpumpen ab dem 19. Jahrhundert zum Einsatz

Über den Autor
Freie Mitarbeiterin

Der Abend in Herten

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.