21-Jährige aus Warendorf brutal getötet Tatverdächtiger wieder in Deutschland

Ein Verdächtiger (r) wird in das Amtsgericht geführt.
Der Verdächtige im Fall um die getötete 21-Jährige ist nach seiner Flucht nach Spanien wieder in Deutschland (Symbolbild). © dpa/Archiv/Symbol
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Nach der Festnahme des mutmaßlichen Mörders und Vergewaltigers einer 21-jährigen Frau aus Warendorf im Münsterland ist der Tatverdächtige zurück in Deutschland. Der Leiter der Mordkommission „Schneemann“ habe den 30 Jahre alten Tatverdächtigen von Spanien nach Deutschland überführt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag (1.12.) in Münster mit.

Der Deutsche war europaweit per Haftbefehl wegen Mordverdachts, Vergewaltigung und Raubes mit Todesfolge gesucht worden. Mitte November nahm ihn die spanische Polizei kurz vor Madrid auf einer Autobahn fest. In Deutschland hat ein Richter den 30-Jährigen jetzt in Untersuchungshaft geschickt. Laut Mitteilung äußerte sich der Beschuldigte bislang nicht zu dem Tatvorwurf.

21-Jährige getötet: Was geschah Anfang November?

Der Beschuldigte aus Ennigerloh soll die junge Frau an einem Mittwoch (9.11.) gegen 5.30 Uhr an der Haustür abgefangen und mit einem Messer zurück in die Wohnung gedrängt haben. Dort soll der 30-Jährige die Frau vergewaltigt und dann getötet haben. Mit dem Handy und dem Portemonnaie der Frau soll er geflüchtet sein und mit der EC-Karte Geld vom Konto der 21-Jährigen abgehoben haben.

Laut den Ermittlern handelt es bei dem Gesuchten um einen Bekannten der Frau. Die Hintergründe der Tat seien aber noch unklar. Nachdem die Frau nicht zur Arbeit erschienen und auch telefonisch nicht erreicht worden war, entdeckten besorgte Kollegen in ihrer Wohnung die Leiche. Das Handy der Frau war in einem rund 20 Kilometer entfernten Steinbruch mit Baggersee in Ennigerloh gefunden worden.

Nach der europaweiten Fahndung wurde er widerstandslos von der spanischen Polizei festgenommen. Daraufhin hat die Staatsanwaltschaft eine Auslieferung des Verdächtigen beantragt.

Warendorf: Hinweise der spanischen Polizei

Wie der WDR berichtet, gab es vor der Überführung offenbar neue Hinweise von der spanischen Polizei. Dabei gehe es um eine Videobotschaft mit Aussagen des Beschuldigten, wonach er die Tat gestehe. Das Video soll sich an die Eltern des 30-Jährigen richten. Die Staatsanwaltschaft Münster habe die Existenz des Videos bestätigt. Kommentieren wolle sie es aber nicht.

Außerdem sei ein Video der spanischen Polizei aufgetaucht. Es soll die Festnahme des Mannes und die Spurensicherung in seinem Auto zeigen. Darin sei zu sehen, wie die Polizei ein Messer markiere, das offenbar im Fußraum gefunden wurde. Der Oberstaatsanwalt aus Münster soll sich über die Veröffentlichung der spanischen Polizei verwundert gezeigt haben, so der WDR.

dpa/seh