Sauerlandlinie

A45-Brücke bei Lüdenscheid total abgeriegelt – Land und Bund wollen Tempo bei Neubau machen

Die Hoffnung auf eine Sanierung der maroden Brücke Rahmede auf der A45 bei Lüdenscheid haben sich zerschlagen. Es braucht einen Neubau. Die Talbrücke ist nun total abgeriegelt worden.
ARCHIV - Die Autobahn 45 zwischen dem östlichen Ruhrgebiet und Frankfurt ist derzeit wegen eines Brückenschadens gesperrt. Foto: Kay-Helge Hercher/dpa/Archivbild © Kay-Helge Hercher/dpa/Archivbild

Bundesverkehrsminister Volker Wissing drängt auf einen schnellen Neubau der maroden Talbrücke Rahmede auf der Autobahn 45 bei Lüdenscheid. Der FDP-Politiker wies die Autobahn GmbH des Bundes an, dazu alle erforderlichen Ressourcen und Mittel zur Verfügung zu stellen, wie eine Sprecherin des Verkehrsministeriums der „Westfalenpost“ mitteilte.

Am Freitag hatte die Autobahn GmbH mitgeteilt, dass die Brücke abgerissen werden muss. Damit kann der Autoverkehr auf der Sauerlandlinie zwischen dem östlichen Ruhrgebiet und Frankfurt nicht wie geplant wieder in näherer Zukunft freigegeben werden. Die Brücke auf der wichtigen Hauptverkehrwachse zwischen Nord- und Süddeutschland ist nun auch vollständig abgeriegelt worden.

Fahrzeuge der Autobahn GmbH dürfen Brücke nicht befahren

Bei der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH hieß es am Montag auf dpa-Anfrage, dass jetzt selbst eigene Fahrzeuge das Bauwerk nicht mehr befahren. Zuvor hatte das Online-Portal „come-on.de“ aus Lüdenscheid berichtet, an den Zufahrten zur Talbrücke in 80 Metern Höhe seien Absperrgitter errichtet und mit Vorhängeschlössern festgekettet worden. Man habe einen Bauzaun aufgestellt, weil sich zuvor tatsächlich noch ein Auto auf die Brücke „verirrt“ habe, sagte dazu Autobahn-Sprecher Bernd Löchter. „Es ist aber keineswegs so, dass die Brücke einsturzgefährdet wäre“, betonte er.

Am Freitag hatten sich alle Hoffnungen auf eine Sanierung definitiv zerschlagen. Neben bereits entdeckten Schäden waren noch Risse an Längsträgern und erhebliche Korrosionsschäden gefunden worden. Das Bauwerk soll schnellstmöglich abgerissen werden. Offen sei weiterhin, ob die Brücke gesprengt werden könne, sagte Löchter. Die Untersuchungen dauerten noch an. Eine Sprengung würde einen Neubau beschleunigen.

Die Leiterin der Westfalen-Niederlassung, Elfriede Saurwein-Braksiek, nannte bisher als Zeitziel für einen Neubau fünf Jahre. NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) hatte den Bund wiederholt aufgefordert, beim Neubau Gas zu geben und dafür unter anderem auf erneute Planfeststellung sowie Umweltverträglichkeitsprüfung zu verzichten.

A45-Brücke nur eine der anstehenden Großbaustellen

Der Leiter Verkehrspolitik des Umweltverbands BUND, Jens Hilgenberg, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gebe bundesweit enorme Herausforderungen bei der Sanierung bestehender Straßen und Schienenstrecken. Die A45 sei nur eine der anstehenden Großbaustellen. Wissing müsse die Autobahn GmbH anweisen, alle Neubauprojekte für Fernstraßen umgehend zu stoppen und die vorhandenen, begrenzten Planungskapazitäten für den Erhalt zu reservieren. „Dies wäre ein ernstzunehmendes Bekenntnis zum im Koalitionsvertrag enthaltenen Fokus auf Erhalt und Sanierung der Bundesfernstraßen“, unterstrich Hilgenberg am Montag.

Der Schaden an der Rahmede-Brücke war bei einer Kontrolle Anfang Dezember 2021 entdeckt worden. Ursprünglich hatte die Autobahn GmbH geplant, nach einer notdürftigen Verstärkung der Brücke den Verkehr nach rund drei Monaten zumindest für Autos wieder freigeben zu können. Seit der Vollsperrung bei Lüdenscheid kommt es auf den Umleitungsstrecken immer wieder zu teilweise chaotischen Zuständen. Bundesweit muss der Verkehr weiträumig umgesteuert werden.

dpa

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