Live-Talk

Experten im Live-Talk: „Demokraten oder Drückeberger – Was tun mit der AfD?“

Die „Nazi-Affäre“ des AfDlers Helferich ist eskaliert - Andere Parteien wollen sich nicht mit der AfD auf ein Podium setzen. Über diesen Umgang haben Experten bei uns im Livetalk diskutiert.
Ist der Fall Helferich in Dortmund ein Einzelfall? Wie rechts ist die AfD eigentlich? Wer hat dort das Sagen? Und wie sollten die anderen Parteien mit der AfD umgehen. Um diese Fragen geht es bei unserem Live-Talk am Donnerstag, 12. August, um 18 Uhr, für den wir renommierte Experten gewonnen haben. © Stephan Schütze

Die Vorwürfe gegen Matthias Helferich, der für die AfD in Dortmund bei der Bundestagswahl kandidiert, wiegen schwer. In einem nicht-öffentlichen Facebook-Chat hatte er unter seinem Foto gepostet: „das freundliche Gesicht des NS“. In einem anderen Zusammenhang hatte er geschrieben, dass er „den demokratischen Freisler“ habe geben wollen. Roland Freisler verantwortete als Chef des Volksgerichtshofs im Nazi-Regime den Tod von mehr als 2.000 Menschen.

Als diese Aussagen bekannt wurden, sagten die anderen Parteien in Dortmund die Teilnahme an Podiumsdiskussionen vor der Wahl ab, zu denen auch ein Vertreter der AfD eingeladen war. Das bezog sich nicht nur auf Helferich, sondern auch auf Heiner Garbe, der im zweiten Dortmunder Wahlkreis für die AfD kandidiert.

Viele Fragen an den Umgang mit der AfD

Der Fall schlägt im ganzen Land hohe Wellen und einmal mehr stellt sich die Frage: Wie soll man als Demokrat umgehen mit der AfD? Ist es richtig, dass die anderen Parteien sich der Diskussion mit den Vertretern der AfD entziehen? Oder muss man gerade mit ihnen diskutieren? Gehört es nicht in einer Demokratie zum Kern der politischen Verantwortung, auch mit jenen zu reden, deren Position man so gar nicht teilt?

Und wie sehen sie eigentlich aus, die Strukturen und Strömungen in der AfD? Wie rechts ist diese Partei eigentlich? Ist Helferich ein Einzelfall oder nur einer von vielen?

Spiegel-Bestseller-Autorin und ein Investigativ-Journalist

Um diese und viele weitere Fragen ging es bei unserem Live-Talk in der Reihe „Wir müssen reden“. Unter der Überschrift „Demokraten oder Drückeberger: Was tun mit der AfD?“ haben wir diese Experten eingeladen:

Spiegel-Bestsellerautorin Franziska Schreiber („Inside AfD“) wird am Live-Talk teilnehmen.

Franziska Schreiber: Sie war Vorsitzende der Jugendorganisation der AfD in Sachsen, gehörte auch kurzzeitig dem Bundesvorstand an. 2017 trat sie aus der AfD aus. Inzwischen hat sie sich als scharfe Kritikerin der AfD einen Namen gemacht. Mit ihren Büchern „Inside AfD – der Bericht einer Aussteigerin“ und „Entwaffnet sie – die Strategien der AfD erkennen und bekämpfen“ ist sie zu einer Spiegel-Bestseller-Autorin geworden.

Prof. Dr. Werner J. Patzelt ist ein ebenso streitbarer wie renommierter Politikwissenschaftler. Von 1991 bis 2019 lehrte er Politikwissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Im Juni 2018 forderte er als einer der ersten eine Koalition aus CDU und AfD, um sich „nicht von Parteien links von der CDU erpressbar zu machen“.

Der bekannte Politikwissenschaftler Prof. Dr. Werner J. Patzelt hat ebenso seine Teilnahme zugesagt. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Wigbert Löer ist ein in Hamburg lebender Investigativ-Journalist, der den Fall Helferich mit einer Kollegin des WDR öffentlich gemacht hat. Löer hat in Soest bei der Westfalenpost gelernt. Später schrieb er 15 Jahre für den stern, wo er sich auch drei Jahre lang mit der AfD beschäftigte. Seit 2019 arbeitet er für die ARD-Dopingredaktion – und zur Hälfte als freier Journalist, hier nun wieder zum Thema AfD. Dazu hat er gerade das Buch „Im Bann der AfD“ geschrieben, das sich mit zwei jungen Aussteigern aus Bochum und Münster beschäftigt.

Investigativ-Reporter Wigbert Löer hat den Nazi-Skandal um Matthias Helferich aufgedeckt und ist ein ausgewiesener Experte in Sachen AfD. © Breulmann, Ulrich © Breulmann, Ulrich
Lesen Sie jetzt