Ohne Ausnahme: NRW-Landesregierung weitet Testpflicht an Schulen aus

Schülerinnen an der städtischen Berufsschule für Zahnmedizinische Fachangestellte führen einen Corona-Schnelltest durch. Für die Teilnahme am Unterricht in den bayerischen Schulen in den Klassenräumen ist ab dem 12.04.2021 ein Corona-Test verpflichtend. +++ dpa-Bildfunk +++ © picture alliance/dpa
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Die Landesregierung weitet die Testpflicht an den Schulen angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus aus. Künftig nehmen nach Angaben des Schulministeriums auch Geimpfte und Genesene verpflichtend an den regelmäßigen Tests in den Schulen teil.

Die erweiterte Testpflicht gelte für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie für das gesamte darüber hinaus in den Schulen tätige Personal, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Neben den Schülerinnen und Schülern wird demnach auch das gesamte Personal am ersten Schultag nach den Ferien vollständig getestet.

Für die rund 2,5 Millionen Schüler in NRW beginnt der Unterricht nach dem Ende der Weihnachtsferien am Montag wieder in den Schulräumen. „Um einen sicheren Schulstart zu ermöglichen, kommen am ersten Schultag nach den Ferien bei allen Schülerinnen und Schülern an den weiterführenden Schulen Antigen-Selbsttests zur Anwendung“, heißt es in einer Mitteilung. An den Grund- und Förderschulen sowie an den weiteren Schulen mit Primarstufe würden ebenfalls am kommenden Montag alle Schülerinnen und Schüler mit den PCR-Lolli-Tests getestet.

Immunisierte Lehrer müssen sich dreimal pro Woche testen

Alle Lehrerinnen und Lehrer sowie andere in Schulen beschäftigten Menschen an den Grund- und Förderschulen sowie an den weiterführenden Schulen, die immunisiert sind, führten ab Montag dreimal pro Woche einen Antigen-Selbsttest in eigener Verantwortung durch oder hätten den Nachweis über einen negativen Bürgertest vorzulegen, heißt es in einer Schulmail.

Unberührt davon bleibe die im Infektionsschutzgesetz begründete Verpflichtung der nicht immunisierten und in Präsenz tätigen Lehrerinnen, Lehrer und Beschäftigten, an ihren Präsenztagen in der Schule einen Antigen-Selbsttest unter Aufsicht in der Schule vorzunehmen oder den Nachweis über einen Bürgertest vorzulegen.

Tests sorgen für „zusätzliche Sicherheit“

„Mit den verpflichtenden Tests für Geimpfte und Genesene sorgen wir an unseren Schulen nach den Weihnachtsferien für zusätzliche Sicherheit“, erklärte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Zum Schulstart verfügten alle Schulen über eine ausreichende Anzahl sensitiver Tests und qualitativ hochwertiger Testmaterialien.

Die engmaschigen Testungen seien eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Kinder und Jugendlichen auch während der Pandemie ihr Recht auf Bildung in den Schulen wahrnehmen könnten. Indem Infektionen erkannt werden, leisteten die Testungen auch einen wichtigen Beitrag, das Infektionsgeschehen in der Gesellschaft insgesamt zu kontrollieren.

Gewerkschaft findet Ansatz richtig

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW erklärte, grundsätzlich sei jeder Schritt hin zu mehr Sicherheit zu begrüßen. Da sich Immunisierte auch mit der Omikron-Variante infizieren könnten, sei eine Ausweitung der Testungen auf immunisierte Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler im Ansatz richtig, sagte GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik.

Wichtiger wäre es gewesen, nicht alle Schülerinnen und Schüler am Montag nach den Ferien zum Testen in voller Klassenstärke in die Klasse kommen zu lassen, sondern die ersten Tage die Gruppen zu teilen oder Tests voranzustellen. „Damit könnten beim Testen Abstände eher eingehalten werden“, erklärte sie.

Verfahren bei PCR-Lolli-Tests werden optimiert

Laut Schulministerium bleibt es bei dem Testrhythmus für die Schüler: An den weiterführenden Schulen stehen demnach dreimal wöchentlich Antigen-Selbsttests an. Auch den Grund- und Förderschulen sowie den Schulen mit Primarstufe bleibt es bei Testung zweimal wöchentlich mit PCR-Lolli-Tests, die wegen hoher Sensitivität deutlich früher in der Lage seien, Infektionen festzustellen.

Dabei werde das Verfahren wie angekündigt jetzt optimiert. Die Kinder würden am Montag erstmals je zwei statt einer Speichelprobe für die PCR-Tests abgeben. Falls bei der gebündelten Analyse der Proben ganzer Lerngruppen ein positives Ergebnis festgestellt werde, könnten schnell Einzelproben untersucht werden. Bisher standen dann erneute Tests zu Hause am Folgetag an.

dpa