Menschenhandel

Polizisten nehmen neun Menschenhändler in Duisburg fest

Ein Jahr lang dauerten die Ermittlungen - jetzt haben Polizisten zugegriffen. Die Ermittler nahmen neun mutmaßliche Menschenhändler in Duisburg fest. Die Vorwürfe sind grausam.
Polizeibeamte gehen durch den Hauptbahnhof. Zu Beginn einer europaweiten Aufklärungsaktion über Taschendiebstahl hat die Bundespolizei mit einem Stand im Frankfurter Hauptbahnhof über die Tricks der Diebe aufgeklärt. +++ dpa-Bildfunk +++ © picture alliance/dpa

Duisburger Ermittler haben ein Netzwerk von mutmaßlichen Menschenhändlern ausgehoben, die osteuropäische Arbeiter ausgebeutet haben sollen. Neun Hauptbeschuldigte im Alter von 31 bis 51 Jahren, darunter fünf Frauen, stehen im Visier der Ermittler von Staatsanwaltschaft, Polizei und Zoll. Gegen fünf Verdächtige wurden Haftbefehle vollstreckt. Der Schaden liege in Millionenhöhe.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hatte die seit mehr als einem Jahr andauernden Ermittlungen geführt. Sie stießen auf ein Firmengeflecht, das Arbeiter aus der Ukraine, Georgien und der Republik Moldau anwarb, um sie in Deutschland mit gefälschten Dokumenten als EU-Bürger auf dem Arbeitsmarkt einzusetzen.

Mindestens 150 Arbeiter illegal beschäftigt

Ermittelt wird wegen Menschenhandels zur Ausbeutung der Arbeitskraft, Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitslohn, Verstößen gegen Sozialabgaben, Dokumentenfälschung und Geldwäsche.

Mindestens 150 Arbeiter seien für Lager- oder Ladearbeiten eingesetzt worden. Reisekosten, Geld für Arbeitskleidung und überteuerte Mieten für Schlafplätze in desolaten und menschenunwürdigen Unterkünften wurden von ihnen teils bar kassiert, als Schulden in Rechnung gestellt oder direkt vom Lohn abgezogen.

Am Mittwoch durchsuchten Ermittler Wohnungen und Firmensitze in Duisburg, Kempen und Hamburg. Die Polizisten stellten Geschäftsunterlagen, Handys, Computer sowie rund 18.000 Euro Bargeld sicher. Der Zoll sichert derzeit weitere Vermögenswerte. Gegen die Arbeiter wird wegen illegalen Aufenthalts ermittelt.

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