Schalke 04

„Simon für Deutschland“ – Schalke und die Sehnsucht nach guter Laune

Ein Verein sucht nach Wegen aus der Krise, die auch eine Sinnkrise ist. Eine realistische Perspektive auf den Wiederaufstieg würde helfen. In Mittersill soll ab morgen die Basis gelegt werden.
22 Tore in zwei Testspielen: Das sorgte immerhin wieder für etwas bessere Laune auf Schalke, hier Simon Terodde (r.) und Timo Becker. © Tim Rehbein/RHR-FOTO

Neue Helden braucht das Schalker Fußball-Land. Da kam der dritte Treffer von Simon Terodde im Testspiel gegen Hamborn 07 gerade recht. Einer der ca. 1.000 Zuschauer im Parkstadion rief in die Stille: „Simon für Deutschland!“ So laut, dass er damit ein ansteckendes Lachen provozierte.

Lachen? Auf Schalke? Es kehrt, wenn auch ganz langsam, wieder zurück. Die beiden torreichen Siege gegen Wesel-Lackhausen (8:0) und Hamborn (14:0) sorgten immerhin für bessere Laune als die ersten Versuche in der Vorsaison, als die Pleiten gegen die Drittligisten Verl und Uerdingen schon schwere Ballast-Stoffe in dem Rucksack waren, der dann immer voller wurde und Schalke in den Abstiegs-Strudel hineinzog.

Noch ist Stimmung schlecht

Nun fahndet der Klub geradezu nach Wegen aus dieser Krise, die auch eine Sinnkrise ist. „Der Verein“, so ein Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle, „kriegt seit anderthalb Jahren nur auf die Fresse, und das zum Teil ja auch berechtigt. Und das landet ja nicht nur beim Vorstand oder bei den Spielern, sondern auch bei uns. Dementsprechend ist auch die Stimmung. Und das Sparpaket des Vereins hat es in sich, so dass die Sorge um die Arbeitsplätze natürlich dazukommt.“

Das beste Rezept für einen raschen Stimmungsumschwung bei Fans und Mitarbeitern sind natürlich Siege und eine realistische Perspektive auf den sofortigen Wiederaufstieg. Auch wenn es noch niemand direkt ausgesprochen hat, kann nur dieser direkte Wiederaufstieg das Ziel sein. Denn einen Simon Terodde (um nur ein Beispiel zu nennen) verpflichtet kein Verein, der damit zufrieden ist, in der Zweiten Liga um die Plätze fünf bis zehn mitzuspielen – das sollte jedem klar sein.

Zwei Testspiele

Am Dienstag reist Schalke ins Trainingslager nach Mittersill, wo die Königsblauen zum fünften Mal Quartier beziehen (bis zum 10. Juli). Der Ort im Bundesland Salzburg soll die Basis-Station für die Mission Wiederaufstieg sein, hier im Nationalpark Hohe Tauern soll die Mannschaft von Trainer Dimitrios Grammozis nicht nur körperlich, sondern auch mental auf die am 23. Juli mit dem Top-Spiel gegen den HSV beginnende Saison vorbereitet werden. Zwei Testspiele (3. Juli gegen St. Petersburg/9. Juli gegen Schachtar Donezk) sollen dabei für weiteres Selbstvertrauen sorgen.

Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass Schalke ausgerechnet vor dem Abstiegs-Jahr nicht in Mittersill Station machen konnte. Weil eine Hochzeitsgesellschaft das Hotel gebucht hatte, wich Schalke nach Längenfeld aus. Der Anfang vom Ende.

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