Zurück auf Anfang - Hertener Löwen sind wieder auf Spielersuche

Redakteur
Robin Pflüger werden die Löwen-Fans in der kommenden Saison nicht in Aktion unter dem Korb sehen: Der Flügelspieler hat sich eine schwere Verletzung am Knie zugezogen.
Robin Pflüger werden die Löwen-Fans in der kommenden Saison nicht in Aktion unter dem Korb sehen: Der Flügelspieler hat sich eine schwere Verletzung am Knie zugezogen. © Thomas Braucks
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Als die Hertener Löwen pünktlich zum Start in die Vorbereitung Faton Jetullahi und Dario Fiorentino als letzte Neuzugänge präsentierten, da blühte beim Regionalligisten der Optimismus. Spieler für die Duelle unter dem Korb, spielstarke Guards, treffsichere Schützen, viel Erfahrung – der Klub hatte einen Kader beisammen, der Hoffnungen auf die Play-offs machte.

Doch drei Wochen vor dem Saisonstart blinken in Herten die Alarmlichter. Und das liegt nicht etwa an der kapitalen 78:103-Niederlage gegen Citybasket Recklinghausen beim Vest-Cup in Wulfen am vergangenen Wochenende. Eine Pleite, die in dieser Höhe normalerweise für Entsetzen gesorgt hätte. Aber dafür ist gerade keine Zeit, die Löwen habe gerade zwei schwere Rückschläge hinnehmen müssen.

Pflüger blickt trotz schwerer Verletzung nach vorn

Die erste schlechte Nachricht: Robin Pflüger wird in der kommenden Saison nicht für Herten auflaufen. Der 29-Jährige, der beim Regionalligisten auch für das Athletiktraining verantwortlich ist, hat sich im Training am Knie verletzt. Schwer, wie sich bei einem MRT herausstellte: Pflüger hat sich das Kreuzband gerissen und wird bereits in dieser Woche operiert.

Ans Karriereende verschwendet der Flügelspieler aber keine Gedanken. Im Gegenteil. Pflüger, im Hauptberuf Fitnesstrainer, gewinnt dem Zeitpunkt seiner Verletzung sogar etwas Positives ab: „So habe ich genug Zeit, mich auf die nächste Saison perfekt vorzubereiten.“

Aber es bleibt nicht beim Verlust des letztjährigen Kapitäns. Nach dem Vest-Cup teilte Fabian Richter Löwen-Trainer Cedric Hüsken mit, dass er den Verein wieder verlässt. Bei seiner Vorstellung Anfang August freute sich der 27-jährige Österreicher noch auf seine zweite Regionalliga-Saison im Revier, jetzt zieht es den Ex-Essener offenbar zurück in seine Heimat.

Fabian Richter, bester Löwen-Spieler beim Vest-Cup, hat sich beim Regionalligisten verabschiedet.
Kaum da, schon wieder weg: Fabian Richter, bester Löwen-Spieler beim Vest-Cup, hat sich beim Regionalligisten verabschiedet. © Joachim Lücke

Völlig kalt erwischt wurde der Verein offenbar nicht, schon vor dem Turnier in Dorsten gab es Gespräche, wie der Löwen-Vorsitzende Hermann Zechel durchblicken lässt: „Wir haben uns sehr darum bemüht, Fabian in Herten zu halten. Aber wenn er unbedingt wegwill, legen wir ihm auch keine Steine in den Weg.“

Für Trainer Cedric Hüsken war Richter ein Wunschspieler. Am Sonntag war der Shooting Guard im Spiel um Platz drei beim Vest-Cup denn auch der überragende Löwen-Spieler. Der 27-Jährige erzielte gegen die BG Dorsten 34 Punkte. Es waren seine letzten für Herten.

Löwen-Boss: „Das wirf uns zurück“

Pflügers Verletzung und Richters Abgang reißen eine Lücke in den Hertener Kader. Löwen-Boss Zechel beschönigt nicht: „Ganz klar, das wirft uns zurück.“ Statt sich ganz auf die Vorbereitung konzentrieren zu können, ist der Klub wieder auf der Suche nach frischen Kräften. „So kurz vor der Saison Spieler diese Qualität zu finden, wird nicht einfach“, sagt Trainer Cedric Hüsken.

Offen ist dabei, welche Strategie die Löwen nun verfolgen: Versucht der Klub, beide Plätze im Kader eins zu eins neu zu besetzen? Oder investiert der Regionalligist die Gehälter, die er nun einspart, in einen Hochkaräter? Die Fans dürfen gespannt sein.

Die Zeit drängt jedenfalls. Am kommenden Samstag (10. 9.) empfangen die Löwen um 18 Uhr die New Elephants Grevenbroich zum Test in der Rosa-Parks-Sporthalle. Eine Woche später (17. 9.) findet die Saisoneröffnung mit einem Test gegen die BG Dorsten (19 Uhr) statt. Danach geht es bereits um Punkte in der Regionalliga West.