Fußball

Ist Bezirksligist SV Vestia Disteln doch ein Titelkandidat?

Ein dickes Ausrufezeichen hat Bezirksligist SV Vestia Disteln mit dem 7:0 gegen Westfalia Gelsenkirchen gesetzt - und ist in der Tabelle auf Rang vier gerückt.
Nur eine Halbzeit spielte Gelsenkirchens Torwart Melih Incebacak (l.), hier mit dem Distelner Mahmut Tas, blieb dann mit einer angeblichen Knieverletzung in der Kabine. © Michael Steyski

Nach dem dritten Spieltag liegen die Distelner Bezirksliga-Fußballer als Vierter drei Zähler hinter dem Spitzenduo BV Rentfort und VfB Hüls, einen Punkt hinter der TSG Dülmen. Für Vestia-Trainer Jörg Breski ist diese Platzierung aber nur eine schöne Momentaufnahme. Wobei solche Siege natürlich süß schmecken. „Eine sorgenfreie Saison soll es schon werden“, sagt Jörg Breski.

Nur allzu gut kann Jörg Breski den 7:0-Kantersieg gegen Westfalia Gelsenkirchen einstufen. Beim Gegner lief alles schief, was schief laufen konnte. Das fing schon damit an, dass Gelsenkirchens Torwart Melih Incebacak mit einem roten Trikot aufs Feld kam – genau im Ton der Distelner Kluften. Bis er dann ein anderes Shirt mit Leibchen überzog, verging einige Zeit. Mit sechsminütiger Verspätung ging‘s los.

Überflüssiges Foul von Incebacak

Zudem bekamen die Distelner reichlich Geschenke. So wie beim 1:0: Incebacak leistete sich ein völlig überflüssiges Foul gegen Vestia-Stürmer Mahmut Tas, der mit großer Sicherheit gar nicht mehr an den Ball gekommen wäre. Philipp Müller nahm das Elfmeter-Geschenk dankend an.

Oder wie beim 5:0. Ein Gelsenkirchener warf den Ball beim Einwurf zu seinem Torwart. Dieser wollte die Kugel nach vorne dreschen, kam aber nur bis zur Strafraumkante. Dort stand schon Distelns Timo Schmidt, der Philipp Müller bediente und dieser aus zehn Metern traf. Für Incebacak war in der Pause Schluss, er blieb mit angeblicher Knieverletzung in der Kabine.

Gelsenkirchener Freistoß geht nach hinten los

Höhepunkt war das 7:0 in der 53. Minute. In Höhe der Mittellinie bekamen die Gelsenkirchener einen Freistoß zugesprochen. Als letzter Mann wollte David Lazarevic quer spielen, schob den Ball aber genau in den Lauf von Timo Schmidt. Dieser ging auf und davon und traf flach aus 16 Metern.

Danach stellten die Distelner die Torproduktion ein. „Wenn Du so hoch führst, machst Du automatisch einen Schritt weniger“, sagt Jörg Breski. Dennoch gab‘ s noch Distelner Chancen. Ein 22m-Freistoß von Kevin Gola klatschte auf die Latte (68.), Philipp Müller scheiterte zweimal frei vor Torwart Fabian Maraun.

„Als Trainer bist Du da machtlos“

Es hätte auch zweistellig enden können. „So ein Spiel kannst Du nur abhaken. Aus meiner Sicht haben wir in der ersten Halbzeit vier Eigentore geschossen. Als Trainer bist Du da machtlos“, sagt Westfalia-Übungsleiter Jürgen Meier.

„Wir hatten eine gute Teamleistung.“ Die Vorgabe war auch, zu Null zu spielen. „Das hat die Mannschaft gut umgesetzt. In den letzten Wochen haben wir einfach zu viele Gegentore kassiert“, sagt Jörg Breski.

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