Basketball: Saisonausblick

Kampf um die Play-offs: Die Regionalligisten aus dem Vest starten

Sie haben geplant und geschmiedet, ergänzt und improvisiert – ab Samstag wird sich nun zeigen, ob die vier Clubs aus dem Vest für die neue Saison in der 1. Regionalliga gewappnet sind.
Zupackender Typ: Tyson Kanseyo ist eine feste Größe im Spiel von Citybasket Recklinghausen. © Jochen Börger

Citybasket Recklinghausen

Es soll eine Saison werden, in der das Kollektiv glänzt. Mit neuem Trainer (Konrad Tota für Johannes Hülsmann) starten die Recklinghäuser in die 1. Regionalliga. Die Neuzugänge lassen sich durchaus sehen. David Ewald kam vom ProB-Ligisten EN Baskets Schwelm und hat in der Vorbereitung gezeigt, dass er eine Verstärkung sein kann. Ähnliche Hoffnungen ruhen auf Matija Jokic, den Tota noch aus der gemeinsamen Zeit in Hamm kennt. Die Lücke, die Jonas Bredeck nach seinem verletzungsbedingten Rückzug hinterlässt, soll Jokic schließen. Und der erst vor wenigen Tagen verpflichtete US-Amerikaner Kendall Stafford könnte ebenfalls für mehr Variabilität sorgen.

Platz in den „Top 4“ ist nicht unrealistisch

„Unser Kader ist gut aufgestellt“, sagt Citybasket-Sportdirektor Georg Kleine. Im Vergleich zur vergangenen Saison besitzt das Team vor allem sicherere Distanzschützen. Unter den ersten vier Teams nach Abschluss der Hauptrunde zu landen, ist daher kein unrealistisches Ziel.

„Die BBG Herford und die bringiton Ballers Ibbenbüren schätze ich stark ein, auch die ETB Miners Essen. Gespannt bin ich aber auch auf Wulfen“, sagt Kleine. Das erste Saisonspiel steigt am Samstagabend gegen die BG Hagen (19 Uhr, Vestische Arena, Campus Vest 3, Recklinghausen).

Hertener Löwen

Playoffs? Sowieso. Mitspielen um den Aufstieg? Vielleicht. So in etwa lauteten in den vergangenen Jahren die Ziele der Hertener Löwen. Vor dieser Regionalliga-Spielzeit und dem Start gegen Titelfavorit BBG Herford am Samstag (19 Uhr, Rosa-Parks-Sporthalle) hält der Klub den Ball flach.„Wir wollen keinen Druck auf die Mannschaft aufbauen und geben bewusst keine Platzierung als Ziel aus“, sagt Trainer Cedric Hüsken. Das hat viel mit der Vorbereitung zu tun, die alles andere als rund lief.

Unter Strom: Nach einer schwierigen Vorbereitung setzt Löwen-Trainer Cedric Hüsken auf den Faktor Zeit – sein Team soll sich in der Saison entwickeln. © Ralf Deinl © Ralf Deinl

Hüsken musste sich in diesem Sommer mindestens so sehr mit Verletzungen beschäftigen wie mit Spielsystemen oder seiner Defense. Spielmacher Adam Pickett zwickte die Leiste. Der angeschlagene Juan Barga, Hertens neuer „Verteidigungsminister“, fehlt seit fast drei Wochen beim Training. Nur zwei Beispiele.

Druck machen und hart verteidigen

„In der vergangenen Woche haben wir zum ersten Mal überhaupt mit zehn Spielern trainiert“, berichtet Hüsken. „Aber ich will nicht jammern. Die jungen Spieler haben Bock zu arbeiten. Ich habe mich selten so aufs Training gefreut wie bei dieser Mannschaft.“

Der Plan des 30-jährigen Coaches: Sein Team soll Druck machen, hart verteidigen und viele Fastbreaks laufen. Am besten 40 Minuten lang. „In den ersten Wochen werden wir sicher nicht unseren besten Basketball spielen. Aber ich bin davon überzeugt, dass sich die Mannschaft im Verlauf der Saison entwickelt.“

BG Dorsten

Die BG Dorsten hat auf den letzten Metern ihren Kader noch einmal mächtig aufgefrischt. Da sich der erste US-Import Deonta Terrell verletzt hatte, verpflichtete man dessen Landsmann Tyler Brevard. Der kroatische 2,11-m-Center Petar Madunic spielte zum ersten Mal beim Vest Cup, und der Serbe Uros Cica feierte seine Premiere am Donnerstag im Test-Match beim Oberligisten BC Langendreer, das die BG mit 97:52 (64:11) gewann.

Somit hat das Team von Trainer Franjo Lukenda nun eine Qualität, mit der vor einigen Wochen nicht zu rechnen war: „Ich habe nun eine unerwartet tiefe Bank, zumal mit dem 15-jährigen Matthias Altekruse noch ein ganz junges Talent sicher seine Minuten in der Regionalliga bekommen wird.“

Team hat an Qualität gewonnen

Das Problem ist aber, dass sich die Mannschaft noch nicht richtig kennt: „Wir trainieren in dieser Zusammenstellung erst eine knappe Woche und werden unsere volle Stärke erst im vierten oder fünften Spiel erreichen.“ Dann aber ist auch für die BG Dorsten das Erreichen der Play-offs das erklärte Saisonziel.

BSV Wulfen

Vier Spiele, vier Niederlagen – die abgebrochene Saison 20/21 endete für den BSV Wulfen am Tabellenende. Als dann noch Aufbautalent Alexander Winck in Richtung Pro A nach Bochum wechselte und Sadiq Ajigbe nach Essen, da sah es für den BSV nicht rosig aus. Doch das Pendel ist mittlerweile zur anderen Seite geschwungen.

Mit Willi Köhler landeten die Wulfener einen ersten Transfercoup. Drei-Punkte-Spezialist Nils Strubich erwies sich in der Vorbereitung bislang ebenfalls als echte Verstärkung, und der weiterverpflichtete Bryant Allen gehört in Normalform, die er bislang auch wieder zeigt, zu den besten Imports der Liga. Als der BSV auch noch Lyuben Paskov verpflichtete, wurde aus dem Kellerkind spätestens ein Play-off-Kandidat.

Sieg beim Vest-Cup macht Mut

Der Sieg beim Vest-Cup war ein deutlicher Fingerzeig in diese Richtung, und Trainer Gary Johnson freute sich über die Entwicklung, die sein Team und insbesondere junge Akteure wie Matej Silic und Felix Landwehr in der Vorbereitung genommen haben. Sollte auch noch Routinier Michael Haucke wieder fit werden, kann der BSV Wulfen auch die ganz Großen der Liga herausfordern.

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