Fußball

Langenbochums Ex-Trainer Talaga plant den Angriff auf die Spitze

Der Ex-Trainer von BWW Langenbochum, Mirko Talaga, hat den BV Hiltrop in der Kreisliga A übernommen und möchte oben mitmischen.
Trainiert mittlerweile den BV Hiltrop in Bochum: Der Ex-Langenbochumer Mirko Talaga. © Michael Steyski

Zwar geht Mirko Talaga mittlerweile in seine dritte Spielzeit beim BV Hiltrop aus Bochum, so viele Spiele konnte er die Mannschaft wegen der Corona-Pandemie aber noch nicht betreuen. „Ich hoffe, wir können mal eine Saison komplett durchspielen“, sagt der 36-Jährige, der in Recklinghausen wohnt.

Kurzer Rückblick: Bis Januar 2019 war Mirko Talaga Trainer des Bezirksligisten BWW Langenbochum, mit seinem „Co“ Pierre Bendig. In der Winterpause gab es Querelen mit dem Vorstand, das Trainergespann warf die Brocken hin. Pascal Kötzsch übernahm als Spielertrainer, am Ende schafften die Blau-Weißen den Landesliga-Aufstieg.

Halbjährige Pause nach Amts-Niederlegung

„Mit damaligen Spielern stehe ich immer noch in Kontakt. Ich denke, wenn wir als Trainer geblieben wären, hätten wir den Aufstieg auch geschafft. Pascal wird ja nicht viel anders gemacht haben“, sagt Mirko Talaga, der früher auch das Trikot der Spvgg. Erkenschwick trug. Er selbst hatte nach seiner Langenbochumer Zeit eine halbjährige Pause.

Für die Folgesaison stand er in Kontakt mit mehreren Vereinen. Letztlich sprach ihn das ehrgeizige Projekt des BV Hiltrop in Bochum an. „Bochum ist völliges Neuland für mich. Zu den Spielen musste ich immer mit Navi fahren“, sagt Mirko Talaga. In der letztlich abgebrochenen Saison 2019/2020 verpasste seine Truppe den Bezirksliga-Aufstieg. Da war der SC Union Bochum-Bergen im Punkteschnitt mit 2,25 besser als Vizemeister BV Hiltrop (2,06). In der letzten Spielzeit lagen die Hiltroper nach sieben Spieltagen an der Spitze – dann wurde die Saison ohne Wertung abgebrochen.

„Qualität im Kader ist gut“

Da kann doch für die kommende Spielzeit das Ziel doch eigentlich nur Aufstieg lauten, oder? „Die Qualität in unserem Kader ist gut. Ich denke, unter den ersten Vier können wir mitspielen. Die Konkurrenz mit SW Eppendorf, FC Neuruhrort und SV Höntrop ist groß“, sagt Mirko Talaga. Und fügt hinzu: „Das mittelfristige Ziel des Vereins ist schon die Bezirksliga. Wenn man Geld in die Hand nehmen würde, würde es schneller gehen.“

Drei Spieler aus dem Kreis Recklinghausen stehen im Hiltroper Kader. Für die Abwehr ist der Ex-Langenbochumer und Ex-Sinsener Sven Schreiber eingeplant. Im Mittelfeld spielen Michael Baczyinski (vorher SW Röllinghausen) und Tim Wedekin (BWW Langenbochum) mit. „Teure Spieler können wir uns nicht leisten. Einen Tim Wedekin haben wir sogar aus der Kreisliga C geholt“, sagt Mirko Talaga.

Viermal Training die Woche – plus Spiel

Der Recklinghäuser bereitet seine Mannschaft praktisch wie einen Bezirksligisten auf die Saison vor. Viermal Training pro Woche steht auf dem Plan, plus ein Spiel. „Das ist schon eine Hausnummer für einen A-Ligisten“, sagt der A-Lizenz-Inhaber. Immerhin seien stets 20 bis 22 Spieler beim Training. Zudem waren die Bochumer bereits in einem Trainingslager in Göttingen, unterlagen Oberligist SVG Göttingen 07 nur mit 0:2.

Auch weitere Testspielergebnisse ließen aufhorchen: Der 3:2-Erfolg beim Bezirksligisten SG Suderwich und das knappe 2:3 beim hoch gehandelten Bezirksligisten Mengede 08/20. Zudem gab es ein 1:2 beim A-Ligisten SV Holsterhausen. Ein Ausrutscher: das 1:7 bei der DJK GW Erkenschwick. „Das Spiel hätte aber 20:7 für uns ausgehen müssen“, blickt Mirko Talaga zurück. Genau hier sieht er noch ein großes Manko seiner Truppe: die Chancenverwertung.

Saisoneröffnung erfolgt am Samstag

Natürlich hat Mirko Talaga schon Vorfreude auf den kommenden Samstag (31.7.). Dann steigt in Bochum die Saisoneröffnung, Gegner ist um 15.30 Uhr Bezirksligist SF Stuckenbusch mit Trainer Pierre Bendig. „Da freue ich mich extrem drauf. Ich kenne Pierre gefühlt schon 50 Jahre“, sagt der 36-Jährige. Und Stuckenbuschs Co-Trainer Arek Grad kennt Talaga auch schon eine gefühlte Ewigkeit.

Derzeit spielen die Hiltroper noch auf ihrer Heimanlage am Hillerberg – nur einen Steinwurf weg vom Sportplatz des SV Sodingen in Herne – auf Naturrasen. Das würde im Winter Probleme bereiten, wenn der Platz gesperrt ist. Doch in der kalten Jahreszeit dürfen die Hiltroper ausweichen in das Nachwuchs-Leistungszentrum des VfL Bochum. „Das sind natürlich traumhafte Bedingungen. In der Jugend habe ich für den VfL gespielt, den einen oder anderen kenne ich noch“, sagt Mirko Talaga.

Neue Anlage für mehrere Millionen Euro kommt

Generell würde sich der Verein in einem großen Umbruch befinden, nicht nur in Sachen Platzanlage. „Es wird generell viel umstrukturiert“, sagt Mirko Talaga. Das würde auch die Trainingsarbeit betreffen. Nur ein paar hundert Meter weiter vom Hillerberg entfernt wird für mehrere Millionen Euro eine komplett neue Sportanlage entstehen, mit neuem Vereinsheim, Kunstrasenplatz und einem Kunstrasen-Jugendspielfeld. „Unser alter Platz wird Bauland. In zwei bis drei Jahren möchte der Verein umziehen“, sagt Mirko Talaga.

Ob er dann noch Trainer in Hiltrop ist? „Wenn ich sechs Spiele am Stück verliere, könnte ich auch schnell weg sein“, weiß Mirko Talaga um das Tagesgeschäft. „Ich möchte schon irgendwann Landesliga trainieren“, sagt der Trainer. Ob das vielleicht sogar mit dem BV Hiltrop sein wird?

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