Fußball

Torwart-Ehrenmal soll bei BWW Langenbochum aufgestellt werden

Ein jahrelang verschollenes, altes Ehrenmal soll wieder auf der Sportanlage von BW Westfalia Langenbochum seinen Platz finden.
So war es 1953: Langenbochumer Spieler vor dem Ehrenmal auf der Sportanlage. © Privat

In diesen Tagen wird wieder Opfern von Krieg und Gewalt gedacht. Die Vorgängervereine von BW Westfalia Langenbochum, Westfalia Scherlebeck und der Sportverein Blau-Weiß Langenbochum, haben schmerzliche Verluste durch den 2. Weltkrieg hinnehmen müssen. Dies möchten die Vereinsverantwortlichen zum Anlass nehmen, an das Ehrenmal zu erinnern, das von 1948 bis 1973 am oberen Eingang der Sportanlage stand. Der Vorstand sucht nach einer passenden Stelle an der Sportanlage, der dem Ehrenmal gerecht wird. Dazu soll noch eine Erinnerungstafel erstellt werden.

Der Hintergrund der Geschichte: Der Langenbochumer Torwart Josef Pötter verstarb auf dem Spielfeld im Spiel gegen Hochlar im November 1945. Josef Pötter war gerade 14 Tage aus russischer Kriegsgefangenschaft, wurde in dem Spiel schwer am Kopf verletzt und verstarb am 26.11.1945.

Zwei Firmen errichten Ehrenmal kostenfrei

Auf dem Friedhof wurde dem Verunglückten ein Denkmal errichtet. Auf dem Sportplatz ließ der erste Vorsitzende Hoffmann nach eigenem Entwurf ein Ehrenmal mit der Inschrift „Josef Pötter – Du warst und bleibst unser Kamerad – Sportverein Blau-Weiß“ setzen. Die Erbauer des Ehrenmals waren die Firmen Paul Konter, Herten und Reimann, Westerholt. Beide Firmen errichteten das Ehrenmal kostenlos.

Weiterhin wurde auf dem Denkmal der im Krieg gefallenen Mitglieder gedacht:

Willi Hempelmann, Franz Janicki, Hans Küpper, Franz Liko, Erwin Pikler, Johann Urbatzka, Willi Weigel, Emil Pick, Werner Karstner und Bruno Kenschke.

Ehrenmal wurde beim ZBH eingelagert

Im Zuge des Neubaus der Umkleidekabinen wurde dieses Ehrenmal abgebaut und das Versprechen der Stadt Herten dafür eine Ehrenplakette an der jetzigen alten Umkleidekabine anzubringen, steht bis heute noch aus. Das Ehrenmal wurde beim ZBH eingelagert und geriet beim Verein, der nun SG Herten-Langenbochum hieß, in Vergessenheit.

Der wichtigste Teil des Ehrenmals, der Torwart, ist beim langjährigen Vereinsmitglied Willi Töpfer wieder aufgetaucht. Ein Mitarbeiter des ZBH rettete den Torwart und stellte die Skulptur bis zu seinem Tod in seinen Kleingarten. Willi Töpfer „erbte“ ihn und stellte es in seinem Vorgarten an der Langenbochumer Straße. Und demnächst steht der Torwart wieder auf der Vereins-Anlage. „Einen festen Termin haben wir aber noch nicht“, sagt BWWL-Pressesprecher Steven Fischer. Und fügt hinzu: „Wir werden noch Plaketten mit einem Info-Text herstellen, mit Plexiglas drüber.“

Der Abend in Herten

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.