Fußball

Vorstands-Krise beim SV Vestia Disteln

Im Vorstand des SV Vestia Disteln brechen die Mitglieder weg. Ein neues Gremium soll im September neu gewählt werden.
Macht derzeit fast alles an Vorstandsarbeit beim SV Vestia Disteln: Geschäftsführer Klaus Landwehr. © Archiv

In einem Brandbrief auf der Homepage des Vereins versucht Klaus Landwehr, Geschäftsführer des SV Vestia Disteln, die Mitglieder wachzurütteln. Immer mehr Vorstands-Mitglieder haben sich im Laufe der Zeit verabschiedet. Schon länger nicht mehr stellvertretende Vorsitzende sind Klaus Berge und Helmut Sandrock. Wobei die Zwei nicht komplett dem Verein den Rücken zugekehrt haben, sondern durchaus im Hintergrund noch etwas machen, ihre Kontakte spielen lassen.

Hinzu kam, dass der Geschäftsführer Finanzen, Martin Dimanski, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nicht mehr ausüben kann. Und Beisitzer Peter Postus, der sich zehn Jahre lang um Infrastruktur-Sachen gekümmert hat, ist ebenso komplett aus dem Vorstand raus.

Durch Corona-Pandemie Abstand zum Vereinsleben

Seit mehr als 10 Jahren hat Peter Postus auf die unzureichenden Platzverhältnisse auf dem Sportplatz an der Fritz-Erler Straße aufmerksam gemacht. „Das Verhalten der Stadt mit Intransparenz, Lügen und Ungleichbehandlung hat mir den Rest gegeben. Von der Politik hat sich keiner bei mir gemeldet. Ich bleibe aber Mitglied im Verein“, sagt Peter Postus, der im nächsten Jahr der Vestia-Familie 50 Jahre angehören wird.

Nach den ganzen Rücktritten ist Klaus Landwehr derzeit Einzelkämpfer im Vorstand, da der Vorsitzende Andreas Weidner beruflich und privat stark eingespannt sei, den Verein bei der täglichen Arbeit wenig bis gar nicht unterstützen könne. Wobei sich Andreas Weidner vorstellen könne, erneut zu kandidieren. „Ich habe richtig Bock drauf und mache es gerne. Wir müssen junge Leute ranholen“, sagt der Vestia-Vorsitzende.

Somit bleibt fast alles bei Klaus Landwehr hängen. Durch die Corona-Pandemie hätten viele Vereinsmitglieder Abstand zum Fußball und zum Vereinsleben gehabt. „Deswegen haben viele Leute nicht die Info, wie es derzeit bei uns läuft“, sagt Klaus Landwehr.

„Ich will einen Weckruf starten“

„So kann es nicht weitergehen. Ich will einen Weckruf starten“, betont Klaus Landwehr. Wegen der Corona-Pandemie ist die Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr ausgefallen. Mitte September soll die Vestia-Familie aber zusammenkommen, dann soll neu gewählt werden.

Immerhin ist mittlerweile geklärt, wie es mit dem Vereinsheim weitergeht. Dieses wird künftig Kathrin Münninghoff führen. „Sie hat bereits Gastronomie-Erfahrung“, sagt Klaus Landwehr. Er weiß: Die Vereinsheim-Vermietung ist ein Standbein für die Finanzen.

Positive Resonanz auf den Brief

Klaus Landwehr hat bereits erste Reaktionen auf seinen Brief bekommen. „Die waren allesamt positiv. Aktive Spieler der ersten und zweiten Mannschaft könnten sich vorstellen, mitzuhelfen“, sagt der Geschäftsführer. Zumal er die Neuen einarbeiten würde. „Ich möchte ja, dass es gut weiterläuft mit dem SV Vestia.“

„Klaus hat in allen Punkten recht“, sagt der Sportliche Leiter Martin Schmidt. Er ist bereits im fünften Jahr bei den Distelnern, arbeitet mit Klaus Landwehr bereits über Jahre zusammen. „Er ist eine absolute Vertrauensperson für mich. Derzeit machen wir es im Seniorenbereich zu Zweit“, sagt Martin Schmidt.

Die Tür ist bei Klaus Landwehr nicht komplett zu

Zwar zieht Klaus Landwehr erst einmal einen Schlussstrich unter der Vorstandsarbeit, die Tür ist aber nicht komplett zu. „Wenn ich sehe, dass eine gute Vorstandsmannschaft zusammenkommt, würde ich sicher einen Teilbereich übernehmen“, sagt Klaus Landwehr. Aber eben nicht fast alles wie derzeit …

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