Fußball

Wie in der U17-Bundesliga: Beim SC Herten wird Jakob Helfer wieder zum Knipser

Nach seinem Wechsel vom TuS 05 Sinsen zum B-Kreisligisten SC Herten hat sich Jakob Helfer bestens eingeführt: Der 21-Jährige schießt Tore am Fließband. Jetzt kommt BW Westfalia Langenbochum im Kreispokal.
Ausnahmsweise kein Tor: Jakob Helfer (Nummer 10) scheitert im Kreispokal mit einem Absatzkick an TSV-Torhüter Mario Arents. © Thomas Braucks

Es ist wie bei Freizeitkickern auf der Wiese: Die guten Jungs spielen meistens vorne und sorgen für Tore. Auch der SC Herten schickt seinen Neuzugang Jakob Helfer in den Angriff. Am Paschenberg trägt der ehemalige Westfalenliga-Spieler des TuS 05 Sinsen die Nummer 10 und lauert im Strafraum.

Eine knappe halbe Stunde benötigte der 21-Jährige am vergangenen Sonntag in der ersten Kreispokalrunde für einen Hattrick. Gegen den TSV Marl-Hüls traf Helfer zum 2:0 (13.), 3:0 (28.) und 4:0 (40.), das Spiel (am Ende 4:1) war gelaufen. Der Hülser Trainer Ernst Raschowski wollte seinen Abwehrspielern keinen Vorwurf machen: „Was sollen sie tun? Das ist eben eine Qualität, wie es sie in der Klasse sonst nicht gibt.“

„Laufen ist nicht mein Ding“

Jakob Helfer hat sich mit seiner Rolle bei den Hertenern schnell angefreundet. „Vorn auf die Zuspiele warten kommt mir eigentlich entgegen“, sagt der Gelsenkirchener gut gelaunt. „Viel laufen war nie so mein Ding.“ Dabei ist Helfer vor seinem vielbeachteten Wechsel zum SC Herten eine Menge gelaufen.

Zuletzt beim TuS 05 Sinsen in der Westfalenliga, wo er an der Seite des zweiten spektakulären Hertener „Einkaufs“, Dennis Adamczok, spielte. Sinsens damaliger Trainer Toni Kotziampassis holte ihn im Sommer 2018 zu den Marlern. Für eine ganze andere Rolle: Als „Sechser“ oder Innenverteidiger sollte Helfer den Offensivkräften des Gegners den Ball abjagen.

Stürmer in der U17-Bundesliga

Ganz neu ist die Aufgabe beim SC Herten für ihn aber nicht. Was ein Mittelstürmer zu tun hat, weiß Helfer ganz genau. „Ich war früher Angreifer. In der U17-Bundesliga habe ich für den MSV Duisburg noch vorn in der Spitze gespielt.“ Erst als Kapitän der U19 von Rot-Weiß Oberhausen rückte der knapp 1,90 m große, technisch versierte und zweikampfstarke Gelsenkirchener nach hinten.

Gefragter Abwehrspieler in Westfalenliga: Jakob Helfer im Kopfballduell mit DSC Wanne-Eickels Topstürmer Dawid Ginczezk im Herbst 2019. © Olaf Krimpmann © Olaf Krimpmann

Aus dem höherklassigen, leistungsorientierten Fußball hat sich Helfer verabschiedet, seine Prioritäten haben sich verschoben. Für den jungen Vater stehen Familie und Ausbildung im Mittelpunkt. Helfer studiert Psychologie, investiert dabei viel Zeit und Arbeit. Gerade büffelt er Statistik und Mathe. „Ein bisschen Fußball spielen ist dazu ein guter Ausgleich.“ Deshalb ist er aus Sinsen vier Klassen tiefer in die Kreisliga B gewechselt.

Was nicht bedeutet, dass der 21-Jährige seinen sportlichen Ehrgeiz verloren hat. Vielen Kickern an der Basis mag nach dem Spiel das Pils in der Kabine wichtiger sein als das Ergebnis. „Wenn ich spiele, will ich auch gewinnen“, sagt Jakob Helfer. Auch im Kreispokal.

Jetzt das Derby gegen BWW Langenbochum

Am Sonntag empfängt der SC Herten in der zweiten Runde den Landesligisten BW Westfalia Langenbochum zum Derby. Für die Grün-Weißen eine große Sache, beim Sportclub gibt es immerhin ein paar Spieler mit Langenbochumer Vergangenheit.

Wer Außenseiter ist und wer klarer Favorit, ist dabei klar. Jakob Helfer appelliert dennoch an den Kampfgeist seine Elf: „Das ist schließlich ein Pokalspiel. Da muss es unser Ziel sein, für eine Überraschung zu sorgen und eine Runde weiterzukommen.“

Ob er dann als Sturmspitze aufläuft, das ist noch offen. Mit Trainer Sven Berger ist verabredet, dass er gegen starke Gegner auf eine Position rückt, wo er häufiger am Ball und deshalb wertvoller fürs Team ist. Gut möglich also, dass Jakob Helfer gegen den hohen Favoriten wieder ins defensive Mittelfeld rückt. Und dann das tun muss, was er eigentlich gar nicht mag: viel laufen.

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