Fußball

Stadtmeisterschaft: Das Beste kommt zum Schluss

Bezirksligist FC Marl gewinnt durch einen 3:2-Erfolg in einem packenden Finale gegen den TuS 05 Sinsen die Stadtmeisterschaft. VfB Hüls erkämpft Platz drei.
Sinsen und ein Gewitter haben sie nicht stoppen können: Die Spieler des FC Marl liegen sich unmittelbar nach dem Abpfiff des Finales in den Armen. © Andreas von Sannowitz

In Marl kam das Beste tatsächlich zum Schluss. Nach 16 Begegnungen in sechs Tagen auf der Sportanlage am Feldweg krönte Spiel 17 die Stadtmeisterschaft. FC Marl und TuS 05 Sinsen lieferten sich vor rund 150 Zuschauern ein packendes Finale – mit überraschendem Ende. Der Bezirksligist schlug den Westfalenligisten Sinsen mit 3:2. Marl hat nach der Corona-Absage 2020 einen neuen Stadtmeister.

Das feierte der FC Marl überschwänglich. „Campeones, Campeones“ sangen die Kicker des Fusionsklubs auf dem Rasen, und auf den Stufen vor dem Vereinsheim skandierten die A-Kreisliga-Fußballer des SC Marl-Hamm: „Völle gibt ne Runde!“

FC bekommt nur grade eben genug Spieler zusammen

Gemeint war FC-Spielmacher Kim Völkel, der zum besten Kicker des Turniers gewählt wurde. Es könnte ein teurer Abend geworden sein.

Die Freude war verständlich, mit Ach und Krach hatte Trainer Mani Mulai eine schlagkräftige Truppe für das Finale zusammenbekommen. Urlaube, Verletzungen und die Hochzeit von Abwehrchef Patrick Goecke hatten seinen Kader bedenklich dezimiert. Beim Anpfiff nahmen zwei Ersatzspieler auf der Bank Platz. Einer davon war Ben Jakob Zulechner – und der ist eigentlich Torwart. „Wir sind auf der Felge zum Titel gefahren“, meinte Mani Mulai hinterher lachend.

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Favorit gibt Finale aus der Hand

Spaß hatte zunächst aber nur der Sinsener Anhang. Der Favorit, der den FC Marl in der Vorrunde noch mit 4:1 geschlagen hatte, startete druckvoll und ging schnell in Führung: Niclas Grzelka zirkelte einen Freistoß vom Flügel an den Innenpfosten. Der Ball war wohl schon über der Linie, bevor Tugay Tekin ihn per Kopf ins Netz bugsierte (6.). Mirko Grieß (8.) und Ibrahim Diallo (12.) hatten im Anschluss das 0:2 auf dem Schlappen. Ein starker Beginn des Westfalenligisten.

Stark angefangen – und schnell nachgelassen

„Leider haben wir danach stark nachgelassen“, sagte Trainer Dennis Hübner. Mit jedem Zweikampf, jeder gelungenen Aktion fand der FC Marl besser in die Partie. Spätestens ab der 24. Minute war alles offen: Auf der linken Seite zog der umtriebige Ahmed Bakare davon und schob den Ball cool an Torhüter Tom Richert vorbei ins lange Eck – 1:1.

Von Vorbereitung oder Testspiel war nicht mehr viel zu spüren. Man merkte: Beide wollen den Titel. Zur zweiten Halbzeit brachte 05-Trainer Dennis Hübner sechs neue Spieler. Mit Spielmacher Olcay Yilmaz und den Angreifern Lorenz Niedrig und Marius Speker sollte mehr Schwung in die Offensive kommen.

Der Plan ging nicht auf. Nicht mal drei Minuten waren gespielt, da behauptete sich Maximilian Kadura im Sinsener Strafraum und spitzelte den Ball an Torhüter Tim Luca Burkhardt vorbei ins Netz – 2:1 (48.).

Mehr als 20 Minuten Unterbrechung

Sinsen versuchte, den Druck zu erhöhen – der FC Marl konterte. Und traf: In der 63. Minute stürmte Kim Völkel über die linke Seite in den „16er“ und passte den Ball von der Torauslinie nach innen – Serkan Kalayci vollendete zum 3:1.

Der TuS 05 Sinsen blieb die Antwort schuldig. Bis zehn Minuten vor Ende ein Gewitter über Marl aufzog. Schiedsrichter Timm Lehnert pfiff ab und schickte beide Mannschaften in die Kabinen. Für mehr als 20 Minuten. Dann hatten sich die dunklen Wolken verzogen. Genutzt hat die Pause eher dem TuS 05 Sinsen, der voller Tatendrang zurückkehrte. Auf Zuspiel von Speker drückte Mirko Grieß den Ball zum 2:3 über die Linie (85.). Auftakt zu einer emotionalen Schlussphase.

FC Marl verteidigt das 3:2 leidenschaftlich

Sinsen attackierte, der FC Marl verteidigte leidenschaftlich – und erfolgreich. Bis zur 95. Minute, als Lehnert abpfiff und den Erfolg des FC Marl besiegelte. Nicht unverdient, wie TuS-Trainer Hübner fand: „Der FC Marl hat den Titel ein bisschen mehr gewollt.“

Kleines Finale: Hamms Torschütze Maximilian Marx behauptet den Ball vor VfB-Kapitän Julian Treiber.
Kleines Finale: Hamms Torschütze Maximilian Marx behauptet den Ball vor VfB-Kapitän Julian Treiber. © AvS © AvS

Den Finaltag eröffnet hatten Ausrichter SC Marl-Hamm und Titelverteidiger VfB Hüls. Der A-Kreisligist spielte munter mit, ließ den Hülsern aber in der Defensive zu viel Platz. Das nutzte der Bezirksligist: Andre Töppler (6.), Yannick Kayma (14.) und Dominik Pereira (17., Elfmeter) trafen. Maximilan Marx gelang der Anschluss (1:3, 39.). Kurz vor Ende nutzte Alexander Lakstankin (86.) eine von vielen VfB-Chancen zum 1:4.

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