Fußball

Diskussionen an der Kasse: Warum es für die Amateure wieder ungemütlich wird

Die Stadtmeisterschaft in Datteln wird pünktlich angepfiffen, Marls Kicker bangen noch. Und nicht nur die. Härtere Corona-Auflagen machen den Vereinen im Kreis ab sofort zu schaffen.
Neue alte Corona-Auflagen: Auf die Vereine im Kreis kommt wieder mehr Arbeit zu. © Olaf Nehls

Rund 150 Zuschauer auf der Jule-Ludorf-Sportanlage erlebten am vergangenen Sonntag einen unbeschwerten Fußballnachmittag. Bei herrlichem Wetter, mit einem kühlen Getränk in der Hand und einem sehenswerten Spiel vor Augen. Wann fertigt die Spvgg. Erkenschwick schon einmal einen hochkarätigen Oberligisten wie den ASC 09 Dortmund mit 4:0 ab?

Vielleicht wären ja noch ein paar Fußballfreunde mehr ins Stadion gekommen, wenn sie gewusst hätten, was nun blüht. Mit der Leichtigkeit im Amateurfußball ist es fürs Erste wieder vorbei. Wegen der gestiegenen Zahl der Corona-Infektionen gilt im Kreis Recklinghausen wieder die Inzidenzstufe 1.

Nur 100 Zuschauer dürfen ins Stadion

Für den Sport bedeutet dies: Es gibt Auflagen, die sich kein Verein wünscht. Die Vorbereitung auf die kommende Fußballsaison wird damit zunächst zwar nicht ausgebremst, aber schon am Stadioneingang sind alle Vereine nun wieder gefordert.

Wenn sie kein ausgefeiltes Konzept mit fest zugewiesenen Plätzen haben (welcher Amateurklub hat das schon?), dürfen nur noch maximal 100 Zuschauer ins Stadion. Und die müssen am Eingang auch noch einen negativen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Es sei denn, sie können nachweisen, dass sie immunisiert sind – also genesen oder vollständig geimpft. Außerdem gilt die einfache Rückverfolgung, die Zuschauer müssen am Eingang wieder per App einchecken oder sich in Listen eintragen.

DJK Sportfreunde planen weitsichtig

Die DJK Sportfreunde Datteln, die gerade die Fußballstadtmeisterschaft in Datteln ausrichten, sind bereits auf die verschärften Maßgaben eingerichtet. Bereits im Vorfeld hatte der Verein Umsicht bewiesen.

Ganz überraschend sei die Entwicklung ja nicht, erläutert Vorstand Dominik Lasarz: „Deshalb haben wir die Stadtmeisterschaft so geplant, dass sie auch in der Inzidenzstufe 1 stattfinden kann.“ Mit dem Dattelner Ordnungsamt sei das Konzept abgesprochen. Soll heißen: Im Stadion am Südring finden täglich nur maximal zwei Partien statt, und das mit einer langen Pause dazwischen, sodass die Begegnungen als zwei getrennte Freundschaftsspiele gelten und nicht als Turnier.

Grünes Licht von der Stadt Marl

In Datteln wird also gespielt. Und in Marl in der kommenden Woche? Dort könnte auf den SC Marl-Hamm ein Problem zukommen. Der Ausrichter der Stadtmeisterschaft plant auf der Sportanlage am Feldweg ab dem 2. August täglich Gruppenspiele im Turniermodus. Mindestens drei Teams wären dazu täglich auf der Anlage.

Marls Fußball-Fachwart Jürgen Cuber verweist auf die Stadt: „Wir haben noch grünes Licht. Wir haben uns mit dem Stadtsportverband abgesprochen, und der meint, es geht.“ Auch Kreisfußballausschuss-Chef Andreas Mermann sieht keinen Grund, ein Veto einzulegen. Bis zu 100 Personen dürften im Freien schließlich Kontaktsport betreiben: „Problematisch wird es, wenn noch mehr Mannschaften beteiligt sind.“

Die Frage ist, wie Gastgeber SC Marl-Hamm mit den Zuschauern umgeht. Bei drei Mannschaften im Einsatz dürften die 100 Fans schnell zusammenkommen. Das könnte zu einem Problem werden.

Andere Städte haben frühzeitig abgesagt

Alle anderen Städte im Kreis hatten ihre Stadtmeisterschaften frühzeitig abgesagt. Wegen der Unwägbarkeiten durch die Pandemie. Entziehen kann sich den neuen Auflagen aber kein Verein.

Ab diesem Dienstag wird es wieder ungemütlicher. Für die Ehrenamtlichen, die vor Ort den Spielbetrieb aufrechterhalten. Vor allem aber für die Kassierer, die schon am Eingang auf die Regeln pochen müssen.

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