Fußball

Joel Lehmann trägt Sonntag zum (vorerst) letzten Mal das Trikot des VfB Waltrop

Leichtathletik? Geschenkt. Rückschlagsport? Tischtennis, kein Problem. Teamsport? Fußball, versteht sich von selbst. Aber Turnen und Schwimmen? Zwei Disziplinen, in denen sich Joel Lehmann jüngst auch beweisen musste.
Joel Lehmann (r.) bestreitet am Sonntag bei GW Erkenschwick das vorerst letzte Spiel für den VfB Waltrop. Ab Oktober studiert er an der Deutschen Sporthochschule in Köln. © Christine Horn

Der gelernte Außenverteidiger kickt seit 2007 beim VfB Waltrop. Bis auf einen anderthalbjährigen Ausflug zu RW Ahlen in die A-Jugendwestfalenliga, war das Hirschkampstadion in den vergangenen Jahren das sportliche Zuhause von Joel Lehmann. Doch am Sonntag trägt er bei GW Erkenschwick zum (vorerst) letzten Mal das Trikot der „Blauen“.

Denn: Für Joel Lehmann beginnt im Oktober ein neuer Lebensabschnitt. Der 21-Jährige beginnt ein Sport- und Gesundheitsstudium an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Ein Zimmer in einer WG in Köln-Ehrenfeld hat er bereits, am 2. Oktober zieht er um.

„Bodenturnen und Reck waren eine Herausforderung“

Um überhaupt einen der begehrten Studiengänge in Köln zu bekommen, musste sich auch Joel Lehmann einer strengen Prüfung unterziehen. Normalerweise darf man sich nur ein Defizit leisten. Wegen Corona wurde die Zahl auf zwei erhöht. „Ich bin glücklicherweise ohne Defizit durchgekommen“, erzählt der Waltroper rückblickend. Allerdings: „Bodenturnen und Reck waren schon eine Herausforderung. Genauso wie Schwimmen. Für die 100 Meter Brust hatte ich eine Minute 50 Zeit. Bei 1,49 habe ich angeschlagen“, erinnert sich Joel Lehmann erleichtert. Und um seine Leistung einzuordnen lohnt es sich, auf die Durchfall-Quote zu schauen. „Es wurden sechs Gruppen gebildet. In meiner Gruppe waren es 41 Anwärter, von denen es nur 17 geschafft haben.“

Nach dem Abitur 2020 hatte Joel Lehmann in einem Fitnessstudio gearbeitet. „In dieser Zeit wollte ich mich orientieren. Ich wollte schauen, ob ich diesen Studiengang wirklich wählen will.“ Letztlich entschied er sich dafür: „Mich interessiert die Gesundheit der Menschen und die Sportwissenschaft. Ich würde gerne in die Forschung gehen, zum Beispiel um Geräte zu entwickeln.“

Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Natürlich falle ihm der Abschied von seinem Umfeld und seiner Mannschaft schwer, zugleich freue er sich aber auch auf die Herausforderungen in der Metropole am Rhein. Er plant, eine Zweit-Spielberechtigung anzumelden. „Denn ohne Fußball kann ich nicht. Ich suche mir in Köln einen Verein. Aber wenn ich dann zu Hause in Waltrop bin und ich die Mannschaft unterstützen kann, mache ich das gerne“, erzählt Joel Lehmann, der der Ziehsohn des VfB-Trainer-Urgesteins Martin Backwinkler ist. „Wir wohnen zusammen, seitdem ich drei Jahre alt bin. Deshalb sage ich, er ist mein Papa.“

Am Freitag kommender Woche, einen Tag vor seinem Umzug, will sich Joel Lehmann von seinen Teamkollegen verabschieden. Sicherlich auch mit dem einen oder anderen Kaltgetränk. Dann wird zusammen zurückgeblickt auf die gemeinsame Zeit im Hirschkamp. Um dann das Abenteuer Köln ins Visier zu nehmen.

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