Gesundheit

WHO will Namen der Affenpocken ändern

Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Namensänderung für die Affenpocken angekündigt. Damit möchten sie Diskriminierung und Stigmatisierung verhindern.
Eine elektronenmikroskopische Aufnahme von reifen, ovalen Affenpockenviren und kugelförmigen unreifen Virionen. 
Diese elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l) und kugelförmige unreife Virionen (r) aus einer menschlichen Hautprobe. © picture alliance/dpa/Russell Regner/CDC/AP

Geografische Regionen oder auch Tiere können in einen schlechten Ruf geraten, wenn bestimmte Krankheiten nach ihnen benannt werden. Im Fall der Affenpocken strebt die WHO deshalb eine Namensänderung an.

Es gebe seit langem Bestrebungen, Krankheiten nicht mehr nach Tieren oder Regionen zu benennen, um jeglicher Möglichkeit von Diskriminierung oder Stigmatisierung vorzubeugen, sagte ein WHO-Sprecher. Zuvor hatte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf angekündigt, dass es in Kürze eine Entscheidung zu dem neuen Namen geben soll.

Der Begriff Affenpocken etwa könne auf eine Herkunft aus Afrika hindeuten, so der Sprecher. Bis Mai waren das Virus und die Krankheit, beide sollen umbenannt werden, zwar fast ausschließlich aus Afrika bekannt, aber der Name war ohnehin schon irreführend: Das Virus wurde 1958 in Dänemark zwar erstmals bei Affen in einer Versuchsanstalt nachgewiesen. Allerdings dürfte es nach heutigen Erkenntnissen eher unter kleinen Nagetieren verbreitet sein. Die Affen gelten nur als Fehlwirt.

Beim Auftauchen des Coronavirus Ende 2019 hat die WHO auch schnell gehandelt, um eine Verbreitung von Namen wie „Wuhan-Virus“, benannt nach der chinesischen Stadt, in der es erstmals nachgewiesen wurde, zu verhindern. Am 11. Februar 2020 verkündete die WHO, dass das neuartige Virus Sars-CoV-2 heißt und die Krankheit, die es auslöst, Covid-19.

dpa
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