Wüst spricht mit Papst über Woelki Darum ging es bei der Privataudienz

Papst Franziskus spricht das Angelus-Mittagsgebet auf dem Petersplatz im Vatikan, während ein Vogel vorbeifliegt.
Papst Franziskus spricht mit Wüst. © Gregorio Borgia/AP/dpa/Archivbild
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Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat bei einer Privataudienz bei Papst Franziskus über die Krise im Erzbistum Köln geredet. Details zu dem Gespräch und mögliche Informationen über die Zukunft des heftig in der Kritik stehenden Kardinals und Erzbischofs Rainer Maria Woelki nannte Wüst nach seinem Termin bei Franziskus am Donnerstag nicht. „Viele Menschen sehen die Situation im Erzbistum Köln mit Sorge, auch ich persönlich, und natürlich haben wir auch darüber gesprochen“, sagte der Regierungschef vor Journalisten im Vatikan lediglich.

Das Vertrauen vieler Katholiken in Köln in Erzbischof Woelki ist seit langem erschüttert. Dem Kirchenmann werden unter anderem Fehler bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals angelastet, er reichte bei Franziskus bereits ein Rücktrittsgesuch ein. Darüber hat der Papst aber seit mehr als einem Jahr nicht entschieden und wurde dafür jüngst unter anderem von Georg Bätzing, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, deutlich kritisiert.

Wüst spricht mit Papst auch über Synodalen Weg

Wüst sagte: „Vertrauen ist das wichtigste Fundament, auf dem die Kirche ruht und Gutes tun kann.“ Die Fälle des sexuellen Missbrauchs und der Umgang damit hätten für Kritik gesorgt; auch darüber habe er mit Franziskus gesprochen. „Ich hatte den Eindruck, dass ihn das Schicksal der Opfer auch sehr bewegt“, berichtete der Politiker. Generell habe er den Eindruck gehabt, dass der Papst über die Kirche in Deutschland – die derzeit wegen des Reformprozesses Synodaler Weg im Vatikan kritisch gesehen wird – „sehr gut Bescheid“ wisse.

Wüst bezeichnete den Pontifex als „beeindruckende Persönlichkeit“ und berichtete von einer „Warmherzigkeit, die man menschlich spürt, wenn man bei ihm sein darf“. Er lobte den Einsatz des Papsts für die Schwachen und Armen.

dpa

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